— 189 — Wald nördlich von Hanau14). «Im hintern, hohlen Teil der Griff Stange sitzt noch ein Pflock, ebenfalls aus organischem Material, der mit einem Stiftchen (offenbar aus Horn ?) an dem Bronzemantel befestigt ist und zu einem wohl scheibenförmigen Knauf gehört haben muss». Auch in unserm Messer dient also die konische Öffnung (gestrichelt) für die Aufnahme des Knaufzapfens, der mit einem Stift fixiert wurde. Wie ersichtlich, ist auch der eigentliche Handgriff fast auf seiner gan- zen Länge von einem Schlitz durchbrochen, der analog dem Bruch- köbler Messer, aber wohl in anderer Art, einen organischen Stoffbelag aufnahm. Endlich führt auch vom Schlitz noch eine Bohrung bis zum Dorn (der Handgriff mit Zwischenstück ist also in seiner ganzen Länge «durchbohrt»), die wohl dem Zweck diente, dass die Klinge nach Herausnahme des Stiftes aus dem Handgriff herausgestemmt werden konnte. Auf diese Weise konnte also auch der Knauf gelöst werden. Das Zwischenstück ist strichverziert, wobei sich der Mittelteil des Ornaments, in der Patina nur bei auffallendem Licht als schwarze Striche sichtbar, erhalten hat. Die Klinge gemahnt mit ihrem steifen Längsprofil noch an die Form der frühen Urnenfeldermesser. Das Querprofil zeigt mit gerundetem Giebel einen satteldachförmigen Rücken zur Aufnahme der Strichverzierung. Die Klingenseiten ver- laufen zunächst parallel und ziehen dann kräftig ein. Mit seiner gras- bis olivgrünen Edelpatina ist das Stück, abgesehen von wenigen Ab- splissen, ausgezeichnet erhalten. Mit seinen 24,2 cm Länge erreicht es nicht ganz das Mass des Bruchköbeler Ahnen von 25,8 cm. Für die zeitliche Einstufung unseres Montlinger Messers bietet sich natürlich zunächst das bereits herangezogene Messer aus dem reichen Steinkammergrab von Bruchköbel45) an. Nach der vorangehenden Be- schreibung erübrigt es sich, die Gemeinsamkeiten des Konstruktions- schemas der beiden Messer zu wiederholen. Es bestehen aber bemer- kenswerte Unterschiede: Die Durchbrechung ist beim Bruchköbeler Messer in der vorderen Hälfte des eigentlichen Handgriffs angebracht, beiderseits bezeichnenderweise von Vorsprüngen flankiert. Müller- Karpe denkt bei dieser Gestaltung an die frühen Urnenfeldermesser 44) H. Birkner, Ein urnenfelderzeitliches Steinkammerngrab von Bruchköbel bei Hanau. Prähist. Zeitschr. 34/5 (1949/50) S. 267. 45) H. Müller-Karpe, Die Urnenfelderkultur im Hanauer Land (1948) Taf. 18, 33.
        

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