— 186 — museum von St. Moritz (wie der berühmte Quellfund). Die grüne Patina ist dick und verkrustet, was bestätigen mag, dass es oberfläch- lich gefunden wurde. Die ausgefransten Löcher der Griffzunge lassen noch den Ort der ehemaligen elf Niete erkennen (die ausladenden Zipfel des Zungenendes sind nicht mehr erhalten). Die beiden «Ring- augen» haben Mondsichelform. Das Klingenornament (dem Rücken entlang) ist zweiteilig. Der keilförmige Klingenquerschnitt zeigt den gewölbten Rücken und die leicht eingezogenen Seiten. Ob der Schneide entlang eine Zierlinie vorhanden war, kann wegen der in dieser Ge- gend besonders starken Korrosion nicht mehr entschieden werden. So wird man das Messer infolge des zweigeteilten Klingenornamentes, obwohl die steife Klingenform auch keinen Anflug von Schwung zeigt, der jüngeren Matreiervariante zuteilen. Aus nächster Nähe des Unterengadins gibt es von Ladis (Tirol) aus dem anscheinend unzugänglichen33) Fundkomplex vom Burghügel bei der Ruine Laudegg ein Matreier Messer, das hier wenigstens in einer Skizze vorgelegt werden kann (Abb. 3, 4). In den ausgefransten Löchern der Griffzunge glaubt man etwa sieben Niete unterbringen zu können. Das Klingenornament beginnt beim linienverzierten Steg (wie beim Messer von Iraggell über den Rücken zu einem spitzen Winkel aus- schwingend) mit einem wechselständig geschlagenen «Doppelringauge» mondsichelartiger Form (wie auf_dem Messer des bereits angezogenen reichhaltigen Voldersergrabes 18)34). Zwei der drei rückenparallelen Linien endigen aufschwingend. Trotz dem merklichen Klingenschwung wird man das Messer der älteren Matreiervariante zuteilen. Diese Zu- ordnung wird unterstrichen durch zwei Bronzen, die im gleichen Fundverband (man wird dies vorläufig annehmen dürfen, da der Fund- komplex bei der Erstellung der Wasserzuleitung in einem beschränk- ten Abschnitt zutage gekommen ist) gefunden wurden. Es handelt sich um eine Nadel mit geripptem Plattenkopf (nach Müller-Karpe; bei K. H. Wagner: Nadel mit gerilltem Scheibenkopf), wie sie in den Nord- tiroler und Münchner Urnenfeldergräbern als Leittypen der Zeitstufe 33) Archaeologia Austriaca 10, 1952, S. 55 (R. Pittioni); Schlern-Schriften 133. 1956, S. 42 (Osm. Menghin). Privatbesitz im Landhaus bei der Burgruine. 34) Kasseroler, Volders, S. 210, Abb. 18.
        

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