— 184 — net. Auch das Messer aus dem Volderser Grab 3672S) zeigt den Steg noch an der alten Stelle (davor den bezeichnenden Ausschnitt), wäh- rend er beim entwickelten Pfattner Messer an den Übergang von der Griff zunge zum Zwischenstück gerückt ist. Die Pfattner Messer sind nach der von Müller-Karpe gegebenen Verbreitungskarte im mittleren Donau- gebiet, in Tirol nördlich und südlich des Brenners und im Gebiet der nordwestschweizerischen Voralpenseen verbreitet. Dem südwestdeut- schen Urnenfelderhorizont sind Pfattner Messer dagegen fremd; auf- fallend ist besonders die Tatsache, dass sie in den zahlreichen Ha A 2- Grabfunden Bayerns fehlen. Für die Unsicherheit der eindeutigen Zu- ordnung in K.'H. Wagners Zeitgruppe III spricht auch die Feststellung Müller-Karpes, dass die betreffenden Messer aus dem namengebenden Gräberfeld Pfatten-Vadena bei Bozen sicher Ha B - zeitlich sind29). Damit haben wir den Rahmen der Matreier Messer in kurzen Zügen formal und zeitlich abgesteckt. Aus nächster Nähe gibt es nun ein verwandtes Messer (Abb. 3, 1) aus dem Grabserriet (Gem. Grabs, Kt. St. Gallen)30). Reste der ehemaligen, krustigen, schwarzen Wasser- patina bezeugen, dass es sich um einen Moorfund handelt. Die «Ring- augen» sind deutlich mondsichelförmig. Die dem Rücken entlang laufende, gepunzte Klingenverzierung ist zweiteilig. Die Linie, der Schneide entlang, ist nur noch am Amfang und am Ende deutlich er- kennbar. Der keilförmige Klingenquerschnitt ist leicht gewölbt, und die Seiten sind schwach eingezogen. Auf dem narbig korrodierten Rücken, zwischen Griffzunge und Klinge, ist die punktierte Linien- reihenverzierung (wie auf dem Messer aus dem Grab 47 von Grün- wald)31) nicht mehr deutlich erkennbar. Wir haben es also offensicht- lich mit einem jüngeren Matreier Messer zu tun. Das Matreier Messer von der Val Mora im Unterengadin (Abb. 3, 3) ist schon öfters zitiert, aber noch nie genauer beschrieben worden32). Es liegt auch in dem für den Wissenschafter abgelegenen Heimat- 28) Kasseroler, Volders, Taf. 30, 367. 29) Müller-Karpe, Chronologie, S. 139. 30) Im Schweiz. Landesmuseum, Inv. Nr. 
16090. — Fundnotiz Anz. f. Schweiz. Altertumskunde (1902/03) S. 100. 31) Müller-Karpe, Münchner Urnenfelder, Taf. 12, C 1. 32) Jahresber. d. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 24, 1932, S. 29; Taf. 1, Abb. 1. Im Museum St. Moritz.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.