— 183 - ners Zeitgruppe II bemerkenswert22). Müller-Karpe ist neuestens in seiner weitausgreifenden Studie noch zu einer schärferen Einstufung dieses Horizontes gelangt, sodass die ältere Form des Matreier Messers mit guten Gründen der Zeitgruppe Ha A 1, die etwa das 12. Jahrhun- dert v. Chr. ausfüllt, zugewiesen werden kann23). Für die Zuordnung der jüngeren Variante steht in erster Linie das Grab 47 von Grünwald24) zur Verfügung. Das dortige zweischneidige «Halbmondrasiermesser mit tief eingeschnittenem Blatt» und die Ke- ramik mit «Horizontalriefen und Riefenbuckeln» sprechen für Ha A 2, welche Zeitstufe etwa dem 11. Jahrhundert v. Chr. entspricht. Ebenso dürfte das Grab 240 von Volders23) mit der am Hals strichverzierten Kugelkopfnadel in diesem Horizont liegen. Etwa gleichzeitig ist das ebenfalls von Müller-Karpe benannte Pfattner Messer, dessen Varianten er in Abb. 8 des genannten Auf- satzes26) aufzeigt. Verschiedene Merkmale verbinden es besonders mit der jüngeren Matreiervariante, so etwa ein der Schneide paralleles Linienband, das zweigeteilte Klingenornament, ein einziger kräftiger Niet am Anfang der Griffzunge. Ein neues, Element und das «charak- teristische Kriterium» stellt aber das zwischen Griffzunge und Klinge in Erscheinung tretende, ornamentierte Zwischenstück dar. Die Mei- nung, dass aus dem Matreier Messer der Pfattner Typ hervorgegangen sei, illustriert heute besonders das Messer aus dem Grab 177 von Volders27), das, abgesehen vom Zwischenstück, nach Form und Ver- zierung seine Matreier (vielleicht Mühlauer) Herkunft nicht verleug- 22) Kasseroler, Urnenfeld von Volders, S. 34; Taf. 5, 18a, b; 29; 34, 18; 37, 18; S. 210, Abb. 18. - Während der Drucklegung dieses Aufsatzes finde ich dieselbe Einstufung bei Müller-Karpe, Die Vollgriffschwerter der Urnenfelderzeit aus Bayern, Münchner Beiträge z. Vor- u. Frühgesch. 6, 1961, S. 9. 23) Müller-Karpe, Chronologie, S. 36. Besonders die Feststellung, dass in der Station Peschiera-Boccatura die Matreier Messer nicht mehr vertreten sind, während sie im Etschgebiet und weiter südlich bis in die Abruzzen erscheinen, ist bemerkenswert. 24) Müller-Karpe, Münchner Urnenfelder, S. 29; Taf. 12, C. 25) Kasseroler, Urnenfeld von Volders, S. 103; Taf. 40, 240. 26) Prähist. Zeitschr. 34/5 (1949/50) Grünwalder Gräber. 27) Kasseroler, Volders, Taf. 32, 177.
        

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