— 14 — Böhmen führte, kommen wiederholt Zahlungen an Jobst von Brüssel für an den Hof gelieferte Schmuckstücke vor. Jobst von Brüssel erbot sich mit einem Briefe an Karl von Liechtenstein vom 30. März 1626 «mit dem Clainod» nach Pardubitz zu kommen, wobei es unklar ist. ob er die fertige Krone dort dem Fürsten abliefern wollte oder in Pardubitz die Steine und Perlen übernehmen und die Krone fertig- stellen sollte. Nach den Daten der Endabrechnung müssen wir jeden- falls annehmen, dass die Krone spätestens im Herbst 1626 fertig ab- geliefert war. Ebenfalls aus der Abrechnung geht hervor, dass gleich- zeitig mit der Krone ein Schwert angefertigt wurde. Allerdings scheint damals nur ein bereits vorhandenes Prunkschwert adaptiert worden zu sein. Das genaue Aussehen des Herzogshutes überliefert uns eine original- grosse farbige Abbildung auf Pergament, welche im Jahre 1756 ange- fertigt wurde. Es handelt sich um eine goldene Lilienzackenkrone, die reich besetzt ist mit Rubinen, Diamanten und Perlen. Aus der Krone steigt der rote, steife Hut, auf dem oben, ohne sichtbarem Bügel, eine hohe Spitze aus Diamanten befestigt ist. Der Stirnreif der Krone ist oben und unten mit je einer Reihe von Perlen gesäumt, die Perlen- reihen werden von rechteckigen Rubinen unterbrochen. Durch jeweils zwei senkrecht gestellte Perlen wird der Kronreif in Zonen eingeteilt, in welchen abwechselnd ein grosser Rubin oder ein von Diamanten umsäumter Dickstein zwischen Diamantenrosetten eingesetzt sind. Auf diesem Kronreif, der oben eine Reihe kleiner Diamantenspitzen trägt, stehen vier vornübergeneigte grosse lilienförmige Zacken, flankiert von je zwei blütenförmigen Zacken. Dazwischen erheben sich vier kleinere Lilienzacken. Die grossen Zacken tragen in der Mitte einen grossen achteckigen Rubin, umgeben von vier Diamanten. Die diese Anordnung umgebenden Ranken sind eng mit Diamanten besetzt und tragen oben drei grosse Perlen. Die kleineren Lilienzacken tragen anstelle des Rubins einen grossen Tafelstein, die Ranken sind auch hier mit kleinen Diamanten schotenartig besetzt, die Spitze ziert eine grosse Perle. Die kleinen blütenförmigen Zacken schliesslich tragen an der Spitze einen grossen oval geschliffenen Rubin. Aus der End- abrechnung über die Krone muss ferner geschlossen werden, dass der Kronreif ursprünglich unten einen Pelzbesatz hatte.
        

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