— 180 also das Gefäss in dieser ungeschlachten breiten Art nicht schlecht zum zu besprechenden Messer"'). Das gut erhaltene Messer ist ein Griffzungenmesser (Abb. 1, A; 2, 1) mit leicht gewölbtem Klingenrücken6). Die Zungenränder verlaufen parallel und sind am Ende zu den üblichen Hörnern ausgeschweift. Die ausgefransten Löcher in der dünnen Griffzunge lassen erkennen, dass die Griffschalen einst mit acht Nieten befestigt waren, einer da- von hat sich erhalten. Die ausspringenden Zipfel der Zungenränder geben einen Hinweis, wie solche Messer mit den Griffschalen, z. B. aus Bein oder Holz, abschlössen. Man wird dabei etwa an die Knauf- form der Vollgriffmesser von Peschiera7) denken dürfen. Das Messer aus dem Grab 47 von Grünwalds) mit grossenteils erhaltenen Griff- schalen, von denen vermutlich nur die Zipfel zu den Hörnern hin fehlen, scheint allerdings gerade abgeschlossen zu haben. Zwischen Griffzunge und Klinge zeigt unser Messer den üblichen massiven Steg, der mit drei dem Stegrand in leichter Schwingung folgenden Linien verziert ist, die im gleichen Schwung auf den beginnenden Klingen- rücken übergreifen und sich dort von beiden Seiten her spitzwinklig treffen. Sonst sind weder Griffzungen- noch Klingenrücken verziert. Der Klingenquerschnitt ist keilförmig, der Rücken allerdings schwach 5) Nachträglich fällt mir die schwarze Farbe einiger Bodenscherben gegen- über der sonst ocker- bis fleischroten Tönung der ergänzten Schale auf. Vermutlich sind das Brandspuren. Präparator Weidmann hat mich ge- sprächsweise auch darauf aufmerkasm gemacht, dass das Gefäss nicht gut zusammenging, da einige Scherben aus der Form waren. Vielleicht handelt es sich also um ein Brandgrab. 6) Ursprünglich wohl durchgehend mit Edelpatina bedeckt, wie auf der Unterseite des Griffs zu beobachten ist, wurde das Messer besonders auf der linken Klingenseite unsachgemäss mechanisch gereinigt. Davon dürf- ten auch zwei Kratzer herrühren, die in der Gegend des «Ringauges» zum Schneidenrand abgehend jene Linien vortäuschen, die für spätere Messer dieser Art eigentümlich sind. Ein Rest der Patina ist aber durch- gehend noch erhalten. Aus der Art, wie der dünne Dangel in die viel dickere Klinge übergeht, darf auch geschlossen werden, dass das Messer fleissig in Gebrauch war, was wohl zur Wölbung des Schneidenrandes beigetragen hat. 7) H. Müller-Karpe, Beiträge zur Chronologie der Urnenfelderzeit. Röm.- Germ. Forsch. 22 (1959) Taf. 107, 25-26. 8) Müller-Karpe, Münchner Urnenfelder, Taf. 12, C 1.
        

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