— ]61 — Die Altarbilder der Kapelle Unserer Lieben Frau zu Triesen von Otto Seger Wir wissen, dass die alten, heimeligen Kapellen mit ihren Altären und Bildern aus längst vergangenen Zeiten das grösste kulturelle Gut unserer Heimat sind. Bescheidene Gotteshäuser sind es, aus denen das schlichte Wesen und die klare Gläubigkeit unserer Vorfahren spricht, und fast durchwegs sind sie sorgsam erneuert. Am unbekanntesten ist wohl die Kapelle Unserer Lieben Frau zu Triesen. Einst stand sie inmitten eines stattlichen Gutsbesitzes, der durch Jahrhunderte dem Prämonstratenserkloster St. Luzi in Chur gehörte, das in unserer Geschichte grosse Bedeutung hat. Weil der Rhein in seinem ungeregelten Laufe bis zur heutigen Landstrasse reichte, manch- mal wohl bis an den Fuss der kleinen Anhöhe, auf der die Kapelle steht, nannte man sie früher auch «Unserer Lieben Frauen Kapelle bei dem Rhein». Wir wissen weder, wann das Gut Klosterbesitz noch wann das Gotteshaus erbaut wurde, aber die Betrachtung führt uns weit ins Mittelalter zurück: In einer Urkunde des Jahres 1209 bestätigt Inno- zenz III., der mächtige Papst des Mittelalters, dem Kloster St. Luzi den Besitz in Triesen, aber die Schrift nennt keine Kapelle. Sechs Bischöfe gewähren auf dem Konzil zu Konstanz im Jahre 1415 einen Ablass für jedes Almosen zu Gunsten der notwendigen Erneuerung des klei- nen Gotteshauses; im Pfarrarchiv Triesen wird der Ablassbrief, vom Bischof in Chur bestätigt, aufbewahrt. Unsere Kapelle muss also da- mals schon sehr alt gewesen sein, wenn sie baufällig geworden war, vielleicht schon zweihundert Jahre, und wir können uns vorstellen, dass die Mönche von St. Luzi bald nach der Bestätigung ihres Besitzes durch die Papsturkunde daran gingen, ihrem Gute mit einem schlich- ten und kleinen Gotteshause einen Mittelpunkt zu geben. Es mag in romanischen Stil erbaut worden sein. Nachdem vorübergehend die Familie von Ramschwag, Vögte auf Gutenberg, im Besitze von Gut und Kapelle gewesen war, gingen sie
        

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