65 — Schließlich noch einen Blick auf das Verzeichnis der Alpen und Landmarken. Von den Alpen, aus welchen der Graf von Vaduz das Vogelrecht bezog, lagen 15 auf dem Gebiete der Grafschaft Sonnenberg, in den Kirchspielen Nenzing und lFrastanz. Sonnenberg, früher Nüziders genannt, war von jeher im Besitze der Montforter Grafen und kam bei den verschiedeneu Teilungen jenes Hauses an die zu Werdenberg, zu Sargans und dann zu Vaduz. Beim Aussterben der Vaduzer Linie kam diese Herr- schaft wieder an die von Sargans zurück, welche sie anno 1463 an den Truchsessen Eberhard von Waldburg verkaufte; anno 1474 kam sie an Oesterreich. 
Es ist nuu jedenfalls auffallend, daß dieses sogenannte Vogelrecht aus jeneu auswärtigen Alpen den Besitzenden der Grafschaft Vaduz verblieb, welches Recht sonst dem Landes- herrn zustand. Umfaßte vielleicht die alte Grafschaft Vaduz einstens auch jenes Alpengebiet? Ein späteres Urbar sagt darüber: „welche (Alpen nämlich) das Vogelrecht gen Vaduz geben, alß das vou alter herkommen und vor zeithen, da die Herrschafften Sonnenberg und Vaduz von einander getheilt und entschidiget, also getheilt und vertragen worden." Demnach würden die Grafen von Sar- gans vertraglich auf dieses Alprecht verzichtet haben zu Gunsten der Herren von Vaduz. Guschgsiel gehörte zu den Wallgäuer Alpen uud zwar zum Gebiete von Frastanz. Offenbar betrachtete mau die rechte Seite des Valorschtales als zur Psarrei Frastcmz gehörig. Eigen- tümer dieser Alp waren die Grafen von Sargans-Vaduz. Graf Heinrich gab sie in der Mitte des 14. Jahrhunderts als Erblehen den Walisern am Triesnerberg. Noch 1567 waren diese im Besitze der Alp. Jm Jahre 1562 erscheine» dann die Balzner als Eigen- tümer derselben, nachdem sie sie von den Grafen von Sulz gekauft hatten. Auch das Wallser Guschg (jetzt Güschgle) hatten die Triesnerberger zusammen mit Guschgsiel als Erblehen und es kam mit dieser Alp an die Balzner. Jm Urbar Lr. ist auch die südtgen (Sükka) unter deu Triesuer Alpen erwähnt. Diese war Eigentum uud im Selbst-
        

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