— 60 — geringer. Vom 
Hafer ist im Urbar 
von 1508 keine Rede, während in anderen Gegenden, besonders in Schwaben, die Abgaben an Hafer sehr hänfig waren. Offenbar war die Pferdezucht hierzu- lande damals nicht besonders hervorragend. Ein gutes Zeugnis für das Frauengeschlecht jener Zeit gaben die „Pleuwen" und Stampfen in allen Dörfern, 
wo selb st gewoben es Tuch gefärbt und der Hanf zum Spinneu bereitet wurde. Interessant ist die Höhe des 
Lehen zins es. Da finden wir, 
daß z B, für die Hofstetten, zu denen Wohnung, Stallnng, Hof, Brnnnen, Garten uud Baumgarten gehörten, 
entweder 2 Viertel Waizen 
oder 48 Pfg. 
— 14 Kreuzer, für eine mitten im Dorf 
Vaduz 10 Sch. Pfg. 
— 34 Kreuzer, und für eine andere 1 Pfd. Pf. 
^ 1 fl. 8 Kr. Pachtzins bezahlt wurde. Ebenso billig war der Zins für die Lehengüter. Bernhart Blengki z. B. hatte als Erblehen einen Acker in Galzarang, einen zweiten Acker in Quader, der „Gruber" genannt und ein Mitmal 
Acker daselbst, „Ackernell" genannt. Er bezahlte als 
Leheuzius 6 Viertel Waizen. Leider 
finden sich über den damaligen Preis der Feldfrüchtc keine Auhaltspunkte. Nur daraus, daß der Mietzins einer 
Hof- statt gewöhnlich 2 Viertel Waizen 
oder 48 Pfg. 
— 14 Kreuzer betrug, kann mau schließen, daß damals ein Viertel Weizen mit 7—10 Kr. bezahlt wurde. (Süddeutsche Währung, 
wobei 1 Kreuzer 3^2 Heller hätte.) Was das Verhältuis des damaligen und heutigen Geldwertes anbetrifft, dürfte man nicht weit fehlen, wenn man annimmt, daß das Geld in seinem Werte um das Fünffache gesunken ist, daß 
also 1 fl. von damals heute 5 fl. 
wert ist. Darnach wären 
jene 10 Kreuzer jetzt — 1.75 Kronen. Der Lehenzins durste uicht gesteigert werden. Er blieb bei einem Lehengute immer derselbe und ging mit diesem von einer Hand in die andere, auf dem Wege der Vererbung. Wo der Zins iu Naturalien entrichtet werden mußte, blieb das Zinsver- hältnis sich so ziemlich immer gleich; wo aber der Zins iu Geld bezahlt wurde, 
verschob sich jenes Verhältnis bei stetiger Abnahme des Geldwertes zu Uuguustcu der Lehcnherren. Wo bei einem Gute der Leheuzius gesteigert werden konnte, wurde ausdrücklich sreic Pacht vorbehalten. Wir sehen ferner, daß von den herrschaftlichen
        

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