^ 48 — Siebentens sollen anch die Torggelmeister mäuniglichen^) ihre Trauben und Most in guter Versorgnuß haben und solchen weder mit Trinken oder Verwüsten im wenigsten nicht beschädigen lassen. Achtens soll ein jeder Torggelmeister jemand in die Torggel nicht lassen, es habe dann einer ehrhnfte Geschäfte darum zu verrichten, sonstcn und änderst nicht, und ob einer oder mehr diesem zu wicderthäten, oder sonsten inner- oder außerhalb eins TorggelS einigen Gewalth üben und brauchen wollten, der oder dieselbe sollen der Obrigkeit angezeigt und darüber nach Beschaffenheit des Verbrechens abgestraft werden. Neuntens solle jedwederer Macht haben, die Kühe, Ochsen, Rinder, Schaaf, Gaißcn, Schwein und Roß, welche in die Weingärten lauffen, oder eingelassen würden, ehe das Wimmlen angefangen und vollendet seyn wurde, niederzuschlagen oder zu verschießen, nach Vollendung aber des WimmlenS solle solches Roß, Kühe und anders Vieh also bald hinter die Tafern getrieben^) und hernach mit obrigkeitlicher Straff angesehen werden. Znm Zehnten. Befindet sich, das, Sobald der Wein in einem Wein- garten abgewimmlet, man unter dem Schein des Spieglens'') den Benach- barten ihre annoch stehende Trauben, wie zugleich auch die Bögen in fremden Weingärten abschneidete, so solle ein jeder, welcher auf solche Art betretten würdet, So oft es geschieht, in denen es höchstens Verbotten ist Vor 10 Pfd. Pfg. abgestraft werden. Sofern auch Eilftens, wie bies daher schon öfters zu vernehmen gekommen, einer den andern mit Worten oder Werken Ehrcnverletzlich oder sonst schimpflich antasten oder gar handgemein wurde, dieser oder diese sollen unnachlößlich pr. 10 Pfd. Pfg. abgestraft werden. Zwölftens soll keiner Befngt seyn deu Most unter der Steuer zu verkauffen 4) bey Straf 5 Pfd. Pfg. Dreyzehente ns sollen die Torggelmeister denen Zohlcren ordent- lich die Wein angeben, welche aus dem Land geführet und Verzählet werden mießen. Vierzeh entens sollen die Torggelmeister in alle Weeg Verbunden seyn, einen guten, gerechten Most sowohl Roth als weißen, wie er fallen thut, zum Zehenten ordentlich zu geben, nicht den ersten, anch nicht den letzten; dann wofern Von denen Zehentknechten Klag einkommen wurde, nach befundenen Dingen die Torggelmeister Guth darum seyn mießen, und noch darzu Von der Obrigkeit Gestrast werden. Und was deu Zehenten an sich selbstcn be- langt, solle er der Schuldigkeit noch ohne alle Gefährde gegeben werden. Einem jeden. Hinter die Pfandiafel, wo die gepfändeten Tiere an Latten gebunden wurden, bis die Strafe bezahlt war. , Anch gab es einen Pfandstall. 3) Noch jetzt nennt man es „spieglen", weun man nach der Weinlese im Weinberg nach zurückgebliebenen Trauben sucht. )̂ Die Steuer betrug anno 1600 „soviel ein Maas Pfennig kostet, foviel Schilling vom Som (Saum), darvon aber der 15. Theil abgezogen wird." Vergl. Kaiser S. 336.
        

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