— 129 — die Schulden kommen (sagen die Kreditoren) nicht allein vom Krieg, sondern auch vou der übermäßig üppigen Hof- haltung und vom mutwilligen Prozessieren her, wobei die Untertanen durch Bedrückung fast zum Auswandern ge- zwungen worden seien. Es müsse dies besonders von ihrem Herrn Vater, aber doch anch von ihnen selbst beklagt werden. Sie verdienen also kein Mitleid. Zudem hatten sie ja das vöuenoiurn iuventarii angerufen und wollten die väterliche Hinterlassenschaft nicht als Erben antreten. — Die Kredi- toren verlangen also Sequestration und Verkauf der Güter und Bezahlung der Schulden nach der Zeit der Eingehung derselben soweit das Vermögen reiche nnd lange das Allo- dialvermögen nicht, so solle aus die Leheneiutunfte gegriffen werden. Sie erklären auch das Juveutar als unvollständig, falsch und rechtswidrig abgefaßt. Freiherr Johann Jakob habe auch nach des Vaters Tod noch Gelder aufgenommen. Stauneu müsseu die Kreditoreu, daß die Frau Witwe Anastasia geb. v. Gramont 22,926 fl. fordere, während sogar das Inventar nur von 6309 fl. spreche. Sie habe kein Recht aus eine Morgengabe, da sie als Witwe den Freiherrn Hans Christoph geheiratet habe. Auch habe sie bekanntermaßen so wenig Vermögen gehabt, daß sie bei der Hochzeit nicht einmal die Auszugskosteu habe bestreiten können. Die Kreditoren verlangen daher eine genaue Unter- suchung und möglichst vollständige Bezahlung. St. G. A. Schelleuberger Äkteu, Fascikel 10. s983 1666 Sept.? Schreiben sämtlicher Kreditoren an den Abt in gleichem Sinne. Der Vater des jetzigen Freiherren von Schellenberg zn Kislegg habe nicht nnr des Krieges wegen, sondern auch andere unnötige Schulden gemacht nnd sich trotz der Schulden ans dem adeligen Stand in den freiherrlichen Stand erheben lassen, was nicht notwendig gewesen wäre uud Geld gekostet habe. Sie sindeu es un- billig, daß nun die Kreditoren dafür büßen sollten. ' St. G. A. Schelleuberger Akteu, Fascikel 10. s98K 1669 Okt. Der Kaiser ordnet auf Wuusch des Abtes vou St. Gallen, der das Kislegg'sche Lehen lieber in andere Hände gebracht hätte, ein Lehengericht nach Rvrschach an ans den 26. Oktober 1660. St. G. A. Schellenberg. Akten, Fascikcl 10. s987 1666 Okt. Nachdem der Abt von St. Gallen das Recht ein- geräumt hatte, die Hälfte der Lehenrichtcr zn ernennen, wozu er laut Leheurecht nicht verpflichtet gewesen wäre, nnd als Obmann den Fidel von Thurn zu Bichweilcu
        

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