— 93 - daß sie jenem spätreif-primitiven Typus angehörten, wie er in vor- und frühgeschichtlicher Zeit in. Mitteleuropa durchwegs, angetroffen wird. Die Reste des domestizierten Schweines vom Lutzengüetle sind durch alle fünf Schichten hindurch recht einheitlich in der Größe. Es besteht darum kein Anlaß, verschiedene Rassen voneinander zu unter- scheiden. Obwohl das meßbare Material nicht groß ist,-haben unsere. Messungen z. T. lückenlose Wertereihen geliefert. In der Bronzezeit fallen allerdings zwei Unterkiefer und ein loser unterer Ms durch besondere Kleinheit auf (Tab. 23, 25, Abb. 8,'9). Dadurch wird die Variationsbreite gegen unten erweitert. Diese Erwei- terung in der Bronzezeit ist schon mehrfach festgestellt worden: Wir finden sie z. B. in Morges (L. RÜTIMEYER,, 1861, S.' 163), in Montelier / (F. OTTO, 1901, S. 73) und in Zürich-Alpenquai (E. WETTSTEIN, 1924, S. 88 f.) und im Borscht (E. KUHN, 1937, S. 38); dagegen führen Zürich- Utoquai (E. KUHN, 1932, S. 640) und Crestaulta (J. RÜEGER, 1942, S. 266) diese kleinen Tiere nicht. Ich sehe in diesen kleinen Formen den Ausdruck ungünstiger Haltungsbedingungen, welche allem An-, schein nach örtlich begrenzt gewesen sind. J. BOESSNECK (1958, S. 94 f.) fand,' daß in Mitteleuropa die Zahn- maße des Unterkiefers und insbesondere des untern M:j, von der Stein- zur Bronzezeit geringfügig, von der Bronze- zur Eisenzeit stärker ab- nehmen. Diese Feststellung • erhält vom Lutzengüetle her keine unbe- dingte Stütze: Nur die Oberkiefer und die Schienbeine weisen mit ihren Maßen in diese Richtung. Die Maße am Unterkiefer, die Scapula, der Radius und u. U. der Astragalus zeigen im Gegenteil ein Ansteigen der Größe von der Bronze- zur Eisenzeit an. Dies muß mit dem soeben diskutierten Vorkommen kleinerer Tiere in der Bronzezeit zusammen- hangen. Bei den übrigen Knochen ist inbezug auf die Größe die Gleich- förmigkeit durch alle Epochen hindurch bereits mehrfach .betont worden. Dieses in sich widersprüchliche Ergebnis findet seine Erklärung, wenn man die geringe Anzahl meßbarer Funde berücksichtigt: Es darf nicht erwartet werden, daß wir aus jeder Schicht und von jeder Kno- chensorte gerade diejenigen Stücke erhalten haben, welche uns die wirkliche Variationsbreite und die wirklichen Mittelwerte der jeweiligen Hausschweinpopulation erkennen lassen. Die sich wider-
        

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