VII o wohlorganisierten Aufrührern gelang für kurze Zeit alle Disziplin auf S. M. S. «Sankt Georg» umzustossen und die Geschwader- und Schiffs- führung auszuschalten. Die Bemannungen der kleinen Schiffe wären von dem zersetzenden Gift nicht infiziert; der Kontakt der Offiziere mit den Matrosen war dort eben immer ein engerer. Die Rädelsführer des Matrosen-Komites versuchten zwar mit Booten an Bord der noch nicht meuternden Schiffe zu kommen, um die ganze Mannschaft zu gewinnen. Auch auf S. M. S. «Novara» legte ein Meu- tererboot zu diesem Zwecke an, wurde jedoch von dem am Fallreep stehenden Kommandanten, Fregattenkapitän Prinz Johannes mit vor- gehaltenem Revolver empfangen und abgewiesen. Diese Haltung schien den Meuterern zu.imponieren und brachte sie in Verlegenheit und als'die III. schwere Schlachtschiff-Division unter dem Befehle des Vizeadmirals Karl Seidensacher von Pola kommend, einen Tag nach Ausbruch der Meuterei, in die Bocche eingelaufen war, um wieder Ordnung zu machen, brach das rote Kartenhaus völlig zusammen. Die k. u. k. Kriegsflagge wehte wieder ehrwürdig und stolz von sämtlichen Toppenmasten. In den Qualifikationslisten für die Jahre 1917 und 1918 wird Prinz Johannes von seinen vorgesetzten Admiralen mit nachstehenden Wor- ten beurteilt: «Sehr tapfer und entschlössen, hat das Kommando seines Schiffes tadellos geführt und ist seinen Untergebenen stets ein leuch-' tendes Beispiel voll Unternehmungslust und Tapferkeit». Ende Oktober hatte Prinz Johannes Befehl erhalten bei den Waffen- stillstandsverhandlungen die Interessen der Marine zu vertreten, eine höchst peinliche und undankbare Aufgabe. Es war ja gegenüber dem Diktat der Siegesmächte und nach dem Kaiserbefehl zur Übergabe der Flotte ah Jugoslavien jedes Bemühen vergeblich. Prinz Johannes Liechtenstein war eine der markantesten Erschei- nungen der k. u. k. Kriegsmarine. Gross, schlank, bis in sein hohes Alter elastisch, sich schnurgerade haltend, eine klassisch schöne männ- liche Erscheinung. Seine Durchlaucht Linienschiffskapitän Johannes Prinz von und zu Liechtenstein war hochgebildet und genoss in der k. u. k. Kriegsmarine das höchste Ansehen. Er war seinen Untergebenen gegenüber von rüh- render Fürsorge und alle, welche die Ehre hatten, ihm im Leben zu begegnen, werden ihn in lieber Erinnerung behalten.
        

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