— 85 — ' / Abnormitäten finden sich eindeutig an Hausschweinüberbleibseln. Ich betrachte'sie als Domestikationserscheinungen. Der Kehlrand der Unterkiefer ist bei nahezu allen Unterkiefern ab- geschlagen. Nur bei ganz jungen Stücken ist der ganze Mandibelkörper erhalten. Der aufsteigende Kieferast ist überall abgebrochen. Demge- genüber fanden K. HESCHELER & J. RÜEGER (1942, S. 408). in Egolz- wil 2 eine, große Anzahl Unterkiefer, die nicht aufgebrochen worden waren. R. VOGEL (1933, S. 47 f.) erhielt aus dem spätneolithischen Sipplingen eine Reihe Unterkiefer, deren Markhöhle «in schonender s Weise . . . durch ein längliches Loch auf der Außenseite, gelegentlich auch auf der Innenseite, wahrscheinlich unter Benützung eines Stein- beiles oder Steinmeißels geöffnet» sind. Extremitätenknochen (Tab. 27) Die S c a p u 1 a ist durchwegs schlecht erhalten. Es' Hegen besten- falls Gelenkteile mit Hals und dem distalsten Abschnitt der Platte vor. Das häufigste Maß, das ich bestimmen konnte, ist der kleinste (antero- posteriore) Halsdurchmesser (fälschlicherweise meist als «Halsbreite» bezeichnet). Oft war es möglich, auch noch den Gelenkteil zu ver- messen (Tab. 27). Da der Proc. coracoideus schon mit etwa einem Jahr verwächst, konnten jüngere Stücke ausgeschieden werden. Es ist aber damit zu rechnen, daß ein Teil der Scapulae von 1 — 2-jährigen Tieren stammt. Die berechneten Mittelwerte sind daher mit Vorsicht aufzu- nehmen. Diese Mittelwerte sind von einer auffallenden Gleichförmigkeit: . Stein-, Bronze- und Eisenzeit differieren nur um wenige Zehntelsmilli- meter. Es mag darum nur dem Zufall zuzuschreiben sein, wenn die Eisenzeit den höchsten Wert (24 mm) aufweist. Vom Humerus kommen außer einem proximalen Stück aus der untersten Schicht (prox. Breite ca. 50 mm) nur distale und Diaphysen- fragmente vor. Die Abgrenzung von domesticus und ferus ist nicht sauber durchzuführen. Distalbreiten von 43 — 45 mm können nicht mit Sicherheit zugewiesen werden. Wie sehr die Auffassungen darüber auseinandergehen, kommt bei E. KUHN (1935, S. 121) und bei G. OPITZ (1958, S. 33 f.) zum Ausdruck. Wenn, wie in'unserm Fall, das Material nicht sehr groß ist, muß im Grenzgebiet. eine Unsicherheit bestehen bleiben, sofern man sich einer rein formalistischen Zuteilung enthält,
        

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