— 77 — dieser Schicht auf einen vollständigen Metatarsus stützen kann, be- trägt 136 — 140 cm. Es ist ferner ein Tibiarest zu berücksichtigen, wel-. eher, allerdings wieder nur mit einem Breitenmaß, auf etwas kleinere Tiere hinweist, so daß wir eine Variation von etwa 130 —140 cm an- geben können, gegenüber 140 — 150 cm in der Bronzezeit. Die beiden Fersenbeine, das kleinere aus der Bronzezeit (S. 70), das größere aus der Eisenzeit (S. 72), zeigen jedoch, daß die größten Tiere aus der Eisenzeit die kleinsten Bronzepferde übertroffen haben müssen. Nach -V. O. VITT (1952, zit. hei H. H. MÜLLER, 1955 b, S. 242) ist unser eisenzeitliches Pferd als mittelwüchsig, nach der Usanz in der Bundesrepublik als Kleinpferd (WRH 121 — 147,5 cm Stockmaß) zu bezeichnen (nach V. ZORN, 1952, zit. bei H. U. LIEPE, 1958, S. 16). Schon oben (S. 72 f.) wurde gesagt, daß der Metatarsus 84/2 die schweizerischen Funde der Eisenzeit übertrifft. Man muß weiter ent- fernte Gebiete heranziehen, um gleich große und größere Pferde zu finden: Unser Eisenpferd steht mit 130 — 140 cm WRH zwischen den beiden Typen,, welche J. U. DUERST am Schloßberg fand (1904, 'S. 277) und deren WRH er mit 118 und 146 cm angibt. Aus Manching (La Tene-Zeit) meldet H. U. LIEPE (1958, S. 15 f.) Pferde, deren WRH bei einem Mittel von 124 cm von 110 bis. 137 cm schwankt. Die Größe des Lutzengüetlepferdes liegt demnach im obern Drittel dieser Variation, jedoch konnte H. U. LIEPE neben diesen kleinen Pferden noch ein- zelne Tiere mittlerer Größe feststellen (137,2 — 149,4 cm WRH). — Aus skythischen Pferdegräbern von Szentes-Vekerzug (Ungarn, 7. Jh. v. Chr.) beschrieb S. BÖKÖNYI (1955, S. 31) Tiere mit WRH zwischen 119,6 und 156,1 cm. •Zusammenfassend kann über die Pferdegrößen, die teils geschätzt, teils , berechnet werden konnten, gesagt -werden, daß wir auf dem Lutzengüetle in der jungem Steinzeit ein Wildpferd antreffen, das im Widerrist etwa 150 cm hoch war. Die Hauspferde der Bronzezeit maßen 140 — 150 cm Höhe und diejenigen der Eisenzeit 130 — 140 cm. Da sich diese Größenangaben auf sehr wenig Material stützen, ist für alle Epochen eine wohl nicht unwesentliche Verbreiterung der Variation nach oben und unten nicht ausgeschlossen, ja, im Hinblick auf Arbei- ten mit größerem Material (E. WETTSTEIN, 1924, H. U. LIEPE, 1958, u. a.) äußerst wahrscheinlich.
        

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