— 76 - dahin beantwortet werden, daß wir es in der Bronzezeit des Lutzen- güetle mit einem relativ großen Pferd zu turi haben. Im Vergleich zu andern Pferden jener Zeit war es nicht besonders massiv gebaut, son- dern wir haben die verhältnismäßig hohen Werte der Breitenmaße auf das Konto der Größe zu setzen. Die WRH ist nach allem auf 140 — 150 cm zu schätzen. , Wie gesagt, stützt sich diese Aussage vor allem auf den Befund an der 1. Phalanx. Dabei ist die Feststellung NOBIS' (1955, S. 211) wichtig, daß «die Befunde an den 1. Phalangen eine sehr schöne Be- stätigung der an den Metapodien gewonnenen Anschauung» bilden. Trotz der Kleinheit des Fesselbeines wagte ich darum die Feststellungen über dessen Längen- und Breitenmaße in der Züsammenschau mit den leider nur Breitenmaße liefernden übrigen Knochen zur Grundlage einer Größenschätzung zu machen. Dabei muß betont werden, daß E. WETTSTEIN, (1924, S. 101) die WRH der Alpenquai-Pferde zu nie- drig angab. (J. BOESSNECK, 1958, S. 68): Legt man der Berechnung der WRH die Untersuchung von L. KIESEWALTER (1888, zit. bei H. H. MÜLLER, 1955b) zugrunde, so erhält man für die Pferde vom Alpenquai Risthöhen von 120 —141,5 cm, wobei das Mittel 130 — 135 cm .und nicht, wie E. WETTSTEIN angibt, «mindestens 123 cm» betragen ha- ben dürfte. '• Hier wird der Befund J. RÜEGERs (1942, S. 255) interessant, der im Fundgut aus Crestaulta (Kt. Graubünden) einen vereinzelten Pferde- knochen (Metacarpus distal) vorfand, dessen distale Breite an der un- tern Grenze der Maße von Zürich-Alpenquai (E. WETTSTEIN, 1924, S. 97) liegt. So stellen wir im Alpengebiet auf engem Raum zwei bronze- zeitliche Pferdegrößen fest, die sich im Widerrist um 10 — 20 cm un- terscheiden. Ob diese Feststellung durch den Zufall, der uns die ent- sprechenden Stücke in die Hände spielte, bedingt ist oder ob tatsäch- lich die inneralpinen Pferde jener Zeit kleiner waren, muß weitere Forschung abklären. Es ließe sich jedenfalls denken, daß die Pferde von Crestaulta im rauhen Klima auf 1300 m Höhe über Meer kleiner, gedrungener waren als im milden Bodenseerheintal. Von der Bronze- zur Eisenzeit nimmt im Lutzengüetle die Größe der Pferde etwas ab. Auch diese Feststellung gilt für Mitteleuropa ganz allgemein (G. NOBIS, 1955, S. 210). Schon die'Zahnmaße zeigen diese Tendenz. Die WRH der Lutzengüetlepferde, deren Berechnung sich in
        

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