— 74 — Zum Schluß der Materialbesprechung sei noch etwas über die Schmelzstruktur der Backenzähne gesagt (Abb. 6): Nachdem G. NOBIS (1955 und 1955a) dargetan hat, daß aufgrund des Schmelzfaltenbiides weder Abstammungsfragen zu lösen noch Rassen- differenzen festzulegen sind, haben diese Bildungen bedeutend an In- teresse eingebüßt. Dennoch halte ich es für nicht ganz überflüssig, von meinem Material wenigstens den «Tatbestand» mitzuteilen. Vielleicht ist es — wenn wir dereinst ein größeres Fundgut überblicken können — doch nicht ausgeschlossen, daß sich gewisse Gesetzmäßigkeiten ab- zeichnen.- Jedenfalls ist H. U. LIEPEs Angabe (1958, S. 9) bemerkens- wert, daß die vielen hundert Pferdezähne aus dem La Tene-Oppidum Manching völlige Übereinstimmung im Schmelzfaltenbild zeigen. Die sieben Oberkieferbackenzähne (Abb. 6a — c) vom Lutzengüetle (Bronze- und Eisenzeit; neolithische Zähne fehlen) wei- sen durchgehend ein einfaches Schmelzfaltenbild auf. Nach- der Be- schreibung von E. WETTSTEIN (1924, S. 95) stimmt es sehr genau mit demjenigen der brohzezeitlichen Pferde von Zürich-Alpenquai über- ein: Die Schmelzzylinder im Innern des Zahnes weisen auf den ein- ander zugekehrten Seiten nur vereinzelte Fältelungen ohne große Tiefe auf. Bei zwei eisenzeitlichen Zähnen (17/13, 17/16), ist der Sporn (Plica caballi) sehr deutlich ausgebildet, während er bei den übrigen fünf Zähnen (einem bronzezeitlichen und vier eisenzeitlichen) nur schwach ist bzw. ganz fehlt (19/90, 80/29). Bei allen ist, der Stelle der Plica caballi gegenüber, am Halbmond (vord. innerer Schmelzzylinder), eine nach innen gehende Gegenfalte verschieden starker Ausprägung zu sehen. Die Tiefe dieser Spalte ist mit der Tiefe der Plica caballi nicht korreliert. Das Schmelzfaltenbild der Unterkieferzähne (Abb. 6 d) aus der Bronze- und Eisenzeit stimmt ebenfalls mit demjenigen der Alpenquaipferde überein (E. WETTSTEIN, 1924, S. 95). Die kleine, gegen außen gerichtete Falte am Vorderende des Nachjoches und die ihr gegenüberliegende Falte im Zahninnern sind nur eben angedeutet. Im Gegensatz dazu zeigt der neolithische P2 (2/8, S. 67, Abb. 5) diese beiden sekundären Falten sehr, deutlich.
        

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