- 65 - sich für die Untersuchungen von Pfahlbau-Fundstellen, deren Alter zunächst noch zweifelhaft ist, das vorläufige Indizium, daß es sich bei Nachweis von zahlreicheren Pferderesten um eine metallzeitliche Sied- lung handelt». Eine Erhellung der Frage nach dem Wildmaterial der ersten Haus- pferde kann danach nicht aus dem' zentralalpinen Raum erwartet wer: den. Nach der schönen Studie von G. NOBIS (1955) gehen die Haus- pferde auf eine Form zurück, die zusammen mit dem heute noch in Zentralasien lebenden Wildpferd als Equus przewalskii POLIAKOV 1881, bezeichnet wird. Die Hereinnahme dieses Tieres in den Haus- stand erfolgte um die Mitte des 3. vorchristlichen Jahrtausends. In drei Gebieten läßt sich die Pferdezucht bis in jene ferne Zeit zurückver- folgen: in Nordeuropa, in den sibirischen Waldsteppen und in den , Waldsteppen am obern Dnjestr (Tripoljekultur). Da in diesem letzt- genannten Räume die Pferdezucht sogar vor das Jahr 3000 zurückgeht, könnten wir in ihm das älteste Zentrum der Pferdedomestikation sehen . (F. HANCAR, 1956, S. 541 — 543). G. NOBIS (1955, S. 233) und J. BOESSNECK (1956, S. 27) haben für Mitteleuropa eine autochthone Pferdedomestikation am Ende des Neolithikums wahrscheinlich gemacht, und J. W. AMSCHLER (1949) betrachtet spätneolithische Pferdereste aus einem Grab vom Föllik im niederösterreichischen Burgenland als Knochen von Hauspferden. Über die Verwendung der Pferde in'der Frühzeit der Domestikation und über die Gründe, die zu seiner Hausbarmachung führten, gehen die Meinungen auseinander. B. LUNDHOLM , (1949, S. 176 — 182) glaubt, im Tieropfer den ersten Anstoß zur Einzähmung und allmäh- lichen Domestikation erkennen zu müssen, während F..HANCAR (1956, S. 544) und J. BOESSNECK (1956, S. 58) das Bedürfnis nach zusätzlicher Nahrung als' Primärursache sehen. Wenn M. HILZHEIMER (1926, S. 19 — 25), sich der Theorie HAHNs anschliessend,- nur schon die Möglichkeit verneint, daß Nutzbarkeit irgend welcher Art erster Anlaß zur Pferdedomestikation gewesen sei, da der Nutzen dem Wildvor- fahren erst angezüchtet werden mußte, so geht er darin entschieden zu weit. Es ist klar, daß die Steinzeitleute vor der Zeit der Pferdedomesti- kation nicht auf den Gedanken kamen, das von Natur aus scheue und gefährlich-wilde Tier könne geritten, als Zugtier verwendet oder gar
        

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