— 63 — mitive, breit streuende Haushundpopulation vor uns haben, hat mehr, für sich, umso mehr als die Horgenerkultur stark auf Jagd und weniger auf Tierzucht eingestellt war (S. 158 f. u. Abb. 32) und als ganze primi- tiver anmutet als die vorangehende Michelsbergerkultur (D. BECK, 1944; S. 103). Anders liegen die Verhältnisse bei den Hunden der Bronzezeit: Die Annahme zweier verschiedener Formen drängt sich hier auf, da zwei Tiere kleinen bis mittelgroßen Torfhunden entsprechen, während weitere Reste von einem oder mehreren Tieren von der Größe der bronzezeitlichen Hunde aus Zürich-Alpenquai stammen. Woher diese Tiere kamen, ist nicht festzustellen. Dagegen wissen wir, daß zur Bronzezeit außer' in Zürich-Alpenquai auch in • der Westschweiz (TH. STUDER, 1901, S. 104), am Schloßberg (J. U. DUERST, 1904, S. 266) und am Starnbergersee (H. E. NAUMANN, 1875, S. 44) größere Hunde gehalten wurden. In der eisenzeitlichen Schicht sind keine-Reste kleiner Hunde mehr festzustellen. Es ist ein Hund belegt, der an der.obern Grenze der Torf- hundvariation liegt. Es darf Formgleichheit mit dem la'tenezeitlichen Hund vom Schneller (FL) als wahrscheinlich angenommen werden. In Anbetracht der wenigen Reste, die zudem noch vom gleichen Tier stammen könnnten, sind jedoch weitergehende Schlüsse auf die Hunde- population der Eisenzeit nicht möglich. • Die Hunde aller Schichten'weisen etwas verkürzte Schnauzen auf. Am deutlichsten ist dies in der Michelsbergerzeit festzustellen,1 während in der Eisenzeit die Verkürzung einen geringen Grad erreicht. Da Kieferverkürzung auf schlechte Ernährungsverhältnisse zurück geführt werden kann, muß die Frage aufgeworfen werden, ob die auf dem Lutzengüetle lebenden prähistorischen Menschen nicht in der Lage waren, ihre Hunde ausreichend mit Futter zu versehen. Es gibt dafür neben der Kiefer-verkürzung weitere Indizien: Die Knochen der Haus- und. Jagdtiere aus unserer Station sind, sehr stark zertrümmert. Die damaligen Leute waren darnach bestrebt, die ihnen zur Verfügung' stehenden Fleischlieferanten so weit als möglich für die Ernährung auszuwerten. Wenn man aber die Mühe nicht scheut, einen Knochen eines Qüäntchen Markes wegen zu öffnen, so bemühte man sich sicher auch, den Knochen äußerlich von allem Eßbaren zu befreien, bevor man ihn seinem Hunde zuwarf.
        

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