- 61 - Hunden vom Starnbergersee (H. E. NAUMANN, 1875, S.. 45) um etwa 5 mm zurück. Anderseits läßt unser Stück die neolithischen Torfhunde von Egolzwil 2, Obermeilen, Zürich-Utoquai und von Greng am Mur- fensee hinter sich. Es entspricht den größten Humeri aus Sipplingen. Eine distale' Hälfte eines Radius erreicht, wie der Unterkiefer, die kleinsten Stücke von Zürich-Alpenquai (E. WETTSTEIN, 1924, S. 86) und entspricht denjenigen vom Schloßberg (J. U. DUERST, 1904, S. 268). R.'VOGEL-(1933) gibt keine Breitenmaße aus Sipplingen. Eine Tibia (prox. Hälfte) fügt sich dem bereits gewonnenen Bild ein. Ein Metacarpus III von der linken Körperseite wurde in.der rätischen Schicht gefunden. Er ist proximal quer durchbohrt, und ist , offenbar als Schmuck oder Amulett geträgen worden. Maße von Hunde- metacarpen sind in der Literatur spärlich. Das Stück aus Egolzwil -2 (K. HESCHELER & J. RÜEGER, 1942r S. 407) liegt mit 53 mm Länge wieder unterhalb der Größe des Knochens vom Lutzengüetle. Aus der Zusammenschau aller 6 Hundereste eisenzeitlichen Alters gewinnt man als Ergebnis, daß zu jener Zeit ein großer Torfhund gehalten wurde. Bei der geringen Fundzahl kann nicht .entschieden werden, ob. durch Bevorzugung größerer Hunde eine gewisse unbe- wußte Zucht auf Größe stattgehabt habe oder ob zufällig Reste eines vereinzelten großen Tieres in unsere Hände gelangten. Ergebnis Überblicken wir die Ergebnisse unserer Untersuchung über die Hundehaltung auf dem Lutzengüetle (Tab. 18), so sehen wir, daß sich im Laufe der zwei oder drei Jahrtausende währenden Besiedlung auf- fallend wenig geändert hat. Von der ältesten neolithischen Schicht bis in die Bronzezeit treffen wir durchgehend mittelgroße Torfhunde an. Um sie gruppieren sich, in den verschiedenen Zeiten etwas different, kleinere und größere Torfhunde. Iii der Michelsbergerschicht wird die Größenvariation stark gegen oben erweitert. In der Bronzezeit ist "zu- sätzlich eine größere Hundeform nachzuweisen. Der Eisenzeit fehlen die kleinen und mittelgroßen Torfhunde. Es ist anzunehmen, daß durch eine reichere Anzahl Funde die Va- riationsbreiten erweitert und bestehende Lücken geschlossen würden.
        

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