— 58 - Bronzezeit Da in der bronzezeitlichen Schicht weder Schädel noch Oberkiefer- reste zum Vorschein kamen, stelle ich die drei Unter.kiefer an den Anfang: Am'besterhaltenen Stück (73/7,6, Tab. 15) sind keine Zähne mehr vorhanden, doch ist die ganze' Reihe der Backenzahn- alveolen intakt: Hinter Ma und von der Mitte der C-Alveole an ist der Kiefer abgebrochen. Die Zähne standen auch' hier wieder dicht aufgeschlossen, so daß ebenfalls Kieferverkürzung angenommen werden muß. Dieser Ein- druck wird noch erhöht durch die stark nach hinten aufwärts gezoge- nen letzten beiden Backenzähne, ferner durch die leichte Abwinklurig der P-Reihe gegenüber der M-Reihe und durch die vorn etwas ausge- drehte P2 - Alveole. . Kieferverkürzüng kann im Gebiet der Zahnreihe eintreten, wie wir es beim eben erwähnten Unterkiefer vermuten. Anderseits ist es auch möglich, daß die Verkürzung in dem Kieferbereich stattfindet, der vor und hinter den Backenzähnen liegt. Dies zeigt ein Vergleich der Kiefer Nr. 1 und 2 von Obermeilen (E. KUHN, 1935, S. 103): Nach dem Raub: zahnindex ist der erste Kiefer kaum (Index .20,4), der zweite dagegen deutlich verkürzt (Index 22,2). Vergleicht man die absoluten Maße,'so zeigt sich ein bemerkenswertes Bild: Kiefer 2 hat eine um 2,5 mm längere Zahnreihe als Nr. 1, dagegen steht er diesem in der Kieferlänge (von der Incisur zwischen dem Proc. articularis und dem Proc. angu- laris bis Vorderrand der 'C-Alveole) um 3,3 mm nach. E. KUHN sagt in seinem Kommmentar S. 104 nichts von Kulissenstellung der Zähne; er stellt im Gegenteil fest, daß sich zwischen den Prämolaren kleine Diastemata befinden., Aufgrund dieser Angaben sowie der Maße und Indices-muß gefolgert werden, daß der 2. Kiefer von Obermeilen zwar verkürzt ist (Raubzähnindex !), daß diese Verkürzung aber nicht den Backenzahnabschnitt des Kiefers betrifft (keine Kulissenstellung, aber Diastemata), sondern sich im Gebiet vor und hinter den Backenzähnen realisiert hat. In'der Größe läßt-sich unser Unterkiefer mit denen aus Egolzwil 2, Obermeilen und Utoquai, sowie mit den kleinsten Kiefern der altern Siedlung von Sipplingen vergleichen. Eine Schätzung der Basallänge des Schädels wird mit 139 mm etwa das richtige treffen. Er wird aber überboten von den Kiefern der Stationen Össingen, Zürich-Alpenquai, Greng und der jüngern Schicht von Sipplingen.
        

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