— 57 — sie nötige Platz am Alveqlarrand des Kiefers ist vorhanden, so daß wenigstens eine grobe Schätzung der Zahnreihenlänge und damit der Basallänge des Schädels möglich ist (Tab. 15). Danach haben wir einen Unterkiefer eines kleinen Torfhundes mit 133 — 137 mm Basallänge vor uns. JE. KUHN hat aus Horgen vom Ende des Neolithikums (1932, S. 586) und aus Obermeilen von der Grenze zwischen Neolithikum und Bronzezeit (1935, S. 103) Hundeschädel dieser Dimension be- schrieben. Wesentlich größer ist dagegen das nächste Unterkieferbruchstück (70/59, Tab. 15). Es ist leider ohne Zähne und nur von der C- bis zur Mi-Alveole erhalten. Der Kieferkörper ist sehr kräftig. Die Prämolaren- alveolen reihen sich eng aufgeschlossen aneinander und zeigen so Kieferyerkürzung an. Der Reißzahn ist gegenüber der P-Reihe etwas abgewinkelt. Die Pa-Alveole ist vorn leicht nach außen abgedreht. Die Wurzeln des P2 waren — nach der Alveole zu schließen — ver- schmolzen. Die Knochenoberfläche deutet auf ein älteres Tier. Blättern wir in der Literatur, so können wir feststellen, daß dieser Kiefer die kleinsten Hunde aus der Bronze-Siedlung Zürich-Alpenquai erreicht, welche E. WETTSTEIN (1924) dem C. /. inostranzewi ANUTSCHIN zuordnete. Dieselbe Größe erreichen auch große neolithische Torf- hunde aus Sipplingen (R. VOGEL, 1933, S. 21)., Schon früher j(S. 54) haben wir von einem Schädeldach aus dieser Schicht einen Hinweis auf größere Hunde erhalten. Der dritte Unterkieferrest (71/65) ist so dürftig (Alveolen von C — M2), daß ich von ihm nur mitteilen kann, daß er in der Größe zwi-. sehen den beiden andern steht und gerade dadurch Bedeutung erhält. Die beiden oben genannten Kiefer sind danach als die Extrema — die recht weit auseinander liegenden Extrema — einer primitiven Haus- hundpopulation zu betrachten. Für die Hunde der Horgenerschicht zeichnet sich* folgendes Ergebnis ab: Die Variationsbreite ist groß: Ein Schädelstück und ein Unterkieferfragment sind Teile eines Hundes, der ins obere Grenz- gebiet der Torfhundvariation einzustufen ist. Daneben haben wir auch Knochen eines Tieres von typischer Torfhundgröße: 3 Oberkiefer und 1 Unterkiefer. Da ein weiteres Unterkieferbruchstück zwischen beiden Größenstufen vermittelt, liegt es nahe, eine urtümliche, noch stark , variierende Haushundpopulation anzunehmen und nicht von Rassen zu sprechen (Vergl. Einleitung, S. 40 — 41).
        

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