— 52 — nun weisen im Vergleich zu Hunden, anderer neolithischer Stationen eher kurze Zahnreihen auf. Wie wir bereits wissen, ist dies auf enge Zahn- und beginnende Kulissenstellung zurückzuführen. Nach den schönen Untersuchungen K. WAGNERs (1930, S. 63 und Serientab.) können «der oder- die Faktoren, welche das Längenwachs- tum ... hemmen, die Zahnentwicklung überhaupt nicht beeinflussen«. Eine unter Domestikationseinfluss genetisch, oder modifikatorisch er- folgende Kieferverkürzung erfaßt darnach die Zähne nicht, so daß wir im Reißzahnindex (A. BRINKMANN, 1924, S. 18) ein Maß für den Grad der Kieferverkürzung haben. Die 4 Unterkiefer vom Lutzengüetle weisen durchwegs einen sehr hohen Reißzahnindex auf, dessen-Maximum von 22,3 °/o nur von einem außerdem noch kleinern Obermeilener Hund (E. KUHN, 1935, S. 103) erreicht wird. Der Egolzwiler Kiefer b von K. HESCHELER & J. RÜEGER (1942, S. 406) muß mit 21-,8.°/o ebenfalls unter die obern Extrema gezählt werden, da er eine große Unterkieferlänge aufweist und es sich, wie- derum nach B. KLATT (1913), «gehört», daß größere Tiere schon ihrer Größe wegen relativ kleinere Zähne haben. Es ist deshalb nicht richtig, wenn E. KUHN (1935, S. 104) den Index 20 als untere Grenze für ver- kürzte Kiefer angibt. Diese Grenze liegt bei kleinen Kiefern sicher höher als'bei großen. ' Beim 3. Index (Reißzahnlänge in % der Zahnreihenlänge) ist, we- nigstens innerhalb gewisser Grenzen, kein Einfluß der Gesamtgröße zu erwarten und tatsächlich im herangezogenen Material auch nicht festzustellen. Was nun unsere Hunde vom Lutzengüetle betrifft, so zeigt sich, daß diese fast ganz aus dem Variationsgebiet der neolithi- " sehen Hunde heraustreten. Die auffallend hohe Lage der Indices muß als Folge der Zahnreihen-, bzw. Kieferverkürzung angesehen- werden, da die absoluten Reißzahnlängen bei unserm Material nicht größer sind als anderswo. Die Maße von P4 und M2 schließen die Möglichkeit aus, die Größe des Index auf die Kleinheit der übrigen Zähne (außer Mi) zurückzu- führen: Die Zahnreihe ist infolge der Zahnstellung und nicht der Zahn- größe kurz. Es wäre wichtig, .zu wissen, ob die festgestellte Kieferverkürzung auf das Wirken von Erbfaktoren zurückgeht oder ob sie modifikato- risch durch die damals auf dem Lutzengüetle herrschenden Ernäh-
        

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