I — 46 — kleinere Schädelenge (33 mm),auf als der noch nicht ganz erwachsene Schädel c (40 resp. 36 mm). Nach den Feststellungen an den Egolzwiler Schädeln und an den Nummern 3/97 und 3/99 (siehe oben) würden mit dem Erwachsen-, werden die Supraorbitalfortsätze bzw. die Sinus frontales als Ansatz- gebiet des Musculus temporalis. an Größe zunehmen, während gleich- zeitig die Schläfe, wohl unter der Zugwirkung des stärker werdenden und weiter oben ansetzenden Musculus temporalis, sich verengt. Beide Erscheinungen sind nach der Betrachtungsweise von B. KLATT (1913)' ohne weiteres verständlich, ja, zu erwarten, und K. WAGNER (1930, S. 37) bestätigt: «Eine kräftige Kaumüskulatur muß notwendigerweise eine stärkere Einbuchtung der Schläfenregion herbeiführen». Drei Fragmente der Schläfenbeinschuppe .erinnern an L. RÜTIMEYERs Ansicht (1861, S. 116), wonach die Steinzeitleute die Hundeschädel öffneten, indem sie die Schläfenschuppe entfernten: Die fünf Oberkieferfragmente aus dieser Schicht (4 linke, 1 rechtes) sind so dürftig, daß keine einzige Backenzahnreihe gemessen werden kann. An allen ist jedoch wenigstens der Reißzahn (P4) oder doch seine Alveole vorhanden. Ihre Längen (Tab. 14) betragen 17,5 mm bis ca. 19,5 mm. (Da beim größten Zahn der Schmelz abgesprungen ist, kann die Länge nicht exakt angegeben werden. Die Alveole des Zahnes mißt aber allein schon 19 mm. 19,5 mm für den Zahn selbst ist also sicher nicht zu hoch, gegriffen). Diese Zahlen sagen Zweierlei aus: 1. Die Variation ist gering, d.h. sie hält sich im Rahmen derjenigen moderner Hunderassen (siehe z. B. K. WANGER, 1930, Serientab. 7, S. 126 f.); 2. Die Größe der Zähne ist bedeutend. Mit 18,5 mm über- schreiten die Längen diejenigen fast sämtlicher als Canis familiaris palustris RÜTIM. und C. /. palustris ladogensis ANUTSCHIN beschrie- benen Hunde, übertreffen sogar TH. STUDERs C. /. leineri .von Bodman am Uberlingersee (1901; S. 82). Der größte Zahn erreicht mit seinen ca. 19,5 mm sogar den von TH. STUDER (1901, S. 41)-beschriebenen neolithischen Schlittenhund vom Ladogasee, C. f. inostranzewi ANUT- SCHIN, bleibt aber deutlich hinter dem starken Hund mit 200 mm •oder mehr Basallänge und '21,5 mm langem Reißzahn zurück, den J. BOESSNECK (1958, S. 7, 163) im neolithischen Regensburg-Pürkelgut (3. Jt.) fand. R. VOGEL (1933) maß in Sipplingen am Uberlingersee Reißzahnlängen von 16 —17,5 mm, wodurch die untere Grenze des
        

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