— 44' — breite der Torfhunde herauszutreten: Die Strecke Ii — Pa (Alveolen, in gerader Linie gemessen) beträgt beim Egolzwiler Exemplar 40 mm, beim Schädel vom Lutzengüetle dagegen 10% mehr, nämlich 44 mm, so daß seine Basallänge schätzungsweise 155 mm betragen haben muß. TH. STUDER (1901, S. 45) hat am Bielersee in verschiedenen Statio- nen entsprechend große und noch größere Hunde gefunden. Er betrach- tete sie als auf Größe gezüchtete Torfhunde und vermutete das Wirken einer bewußten züchterischen Auslese. Der linken Mandibula 2/2 (Abb. 2a) fehlt der, aufsteigende Ast; dagegen sind die Zähne P2 — Mi erhalten. Die Zahnreihe verläuft fast geradlinig. Der Reißzahn weist an der Außenfläche des vordem und hintern Haupthöckers Usuren auf, die auf das scherende Schleifen am obern Reißzahn (P4) zurückzuführen sind. Die Schmelzschicht-ist noch nicht durchgescheuert; einzig auf der höchsten Spitze ist durch Abnützung etwa i mm2 des Zahnbeins freigelegt. Die eng aufgeschlos- sen, aber ohne Kulissenstellung sich aneinanderreihenden Backen- zähne deuten auf Kieferverkürzung hin (vergl. S. 51:—53). Die Alveolen der sieben Backenzähne erstrecken sich auf eine Länge von 63 mm, was einer Schädelbasislänge von rund 135 mm entspricht (Tab. 15). Der Hund war somit etwa gleich groß wie der erstgenannte. Es handelt sich um ein weiteres Individuum : Zahn- abnützung-und «erwachsene» Knochenoberfläche unterscheiden diese Mandibula vom besprochenen Schädelrest des halb erwachsenen Hundes (S. 41 —43). , Die beiden einzigen aus dieser Schicht stammenden Extremitäten- reste fügen sich hier ohne weiteres ein: Die linke Tibia (Tab. 17), deren beide Enden abgebrochen sind, paßt zum größeren Hund von S. 43 f. Auffallend sind die vielen quer- verlaufenden, z. T. recht kräftigen'Schnittspuren an ihrem untern Ende. Außerdem finden sich vereinzelte kleinere Kerben auf die ganze Länge verteilt. Man hat sich also intensiv an dem Knochen zu schaffen ge- macht. Haben wir die Spuren einer Reihe vergeblicher Versuche, den Knochen zu öffnen, vor uns? Demnach müßte der Hund als Nahrungs- tier gehalten oder doch als solches verwertet worden sein. Das jugend- liche Alter des Schädels 2/1 deutete schon in dieser Richtung (S. 41). Indessen können die Schnitte auch auf spielerisches Tun zurückgeführt werden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.