— 39 — male also, welche in der Bulldogge einerseits und im Windhund ander- seits ihre extreme Ausprägung fanden. Darüber hinaus gibt es' nach TH. HALTENORTH (1958, S. 19, 152) eine größere Anzahl Unterarten des Wolfes. Demnach ist beim Wolf vielleicht mit einem Weltformen- kreis zu rechnen, wie ihn H. KELM (1939) für die Wildschweine nach- gewiesen hat. Dagegen betont W. KOCH (1956) die Unmöglichkeit, die Wölfe in Rassen aufzuteilen. Wie dem auch sei, die Plastizität des Wolfes ist zweifellos sehr groß. Dadurch wird die fast unbeschränkte Formenmannigfaltigkeit der Haushunde verständlich. Die -alte Frage, ob und wie weit auch der Goldschakal, Canis aureus L., einen Anteil an das Haushundblut geliefert habe (O. FEHRINGER, 1953, S. 120; K. LORENZ, 1954, S. 69 f.; dagegen TH. HALTENORTH, 1958, S. 13 — 18), ist noch umstritten. Nach'W. KOCH (1954, S. 28; 1956) ist es nicht einmal sicher, ob Wolf und Goldschakal zwei ver- schiedene Arten sind. In- der Schweiz und den angrenzenden Räumen treten Hunde erst im Neolithikum zusammen mit Hausschwein, Ziege, Schaf und 'Rind auf. Es waren mittlere bis kleine Tiere, die TH. STUDER (1901, S. 25) mit Canis familiaris palustris RÜTIMEYER, Torfhund, bezeichnete. Da Hundereste durchwegs nur in geringer Zahl gefunden wurden, war es während Jahren, ja, bis heute nicht möglich, die Variationsbreite jener frühen Hunde zu überblicken. Die geringe Fundzahl einerseits und die nach heutigen Rassebegriffen enorme Größenvariation hat deshalb die Aufstellung einer ganzen Reihe prähistorischer Hunderassen veranlaßt (TH. STUDER, 1901). Man sprach vom kleinen Torfspitz, Canis famili- aris palustris RÜTIM., vom größern Bronzehund, C. /: matris-optimae JEITTELES, vom Aschenhund, C. f. intermedius WOLDRICH, und vom wolfähnlichen C. /. inostranzewi ANUTSCHIN, um nur die wichtigsten zu nennen. Heute betrachtet man diesen Fragenkomplex anders: Einmal hat B. KLATT (1913, S. 439 — 444) nachgewiesen, daß die Schädelmerk- male, welche diese prähistorischen Formen auszeichnen, einzig der verschiedenen absoluten Größe zuzuschreiben sind. W. KOCH (1956) betont, daß der Schädel als besonders plastisches Gebilde von erblichen und nicht erblichen Faktoren beeinflußt wird, sich schnell ändern kann und von der übrigen Körperform und -große weitgehend unab- hängig ist. Somit ist gerade der Schädel zum Aufstellen von Rassen
        

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