— 5 — scher Unverstand konnten allzulange ihr Unwesen treiben. Erst als dann, gleichzeitig mit der halbwegs wiedererrungenen politischen Eigenständigkeit des Landes ab 1860 die Pflege der Geschichte im jungen Landesmuseumsverein manch einflussreichen Anwalt fand, war der rechte Weg, leider etwas spät eingeschlagen. Noch bis 1898 musste das Land auf die Errichtung eines eigenen Archives warten. Erst in diesem Jahre konnte der Widerstand der Tiroler Regierung gegen ein Vorarlberger Laridesarchiv gebrochen werden, fanden die obdachlosen und zusammengeschmolzenen Bestände des Landes eine Heimstatt und kehrten die nach Innsbruck verschleppten Archivalien, soweit noch vorhanden, allmählich wieder zurück. Viktor Kleiner, der erste Landes- archivar, konnte seine Sammeltätigkeit im Lande beginnen; Die Ur- kunden sehr vieler Vorarlberger Gemeinde- und Pfarrarchive liegen seither gesichert im Bregenzer Landesarchiv"). Was sich in ihm an Liechtensteinischem für die hier einschlägige Zeit bis 1416 findet, macht nur einen kleinen Bruchteil des gesamten Urkundenmaterials aus. Die Mehrzahl davon betrifft liechtensteinisches Gebiet nicht direkt, sondern die vaduzischen Grafen und ihre Regie- rungstätigkeit auf Vorarlberger Boden: Das meiste ist in den Vogtei- amtsarchiven von Bludenz und Feldkirch oder in einigen Gemeinde- archiven enthalten. Entsprechend den bisherigen Grundsätzen des liechtensteinischen Urkundenbuches wurden auch die wenigen Stücke zur Geschichte der Ritter von Schellenberg aus ihrer Spätzeit aufge- nommen. Unter den das Fürstentum unmittelbar berührenden Urkun- den sind besonders die aus dem ehemaligen Johanniterarchiv zu Feld- kirch nennenswert. Es stammt von der 1218 gegründeten Johanniter- kommeride, die 1610 an Weingarten, 1695 an Ortobeuren überging und 1802 der Säkularisation verfiel. Dabei wurde leider der Urkundenbe- stand verschleppt und zerrissen, ein Teil nur liegt im Landesarchiv, ein anderer in München, Stuttgart, Innsbruck oder anderswo. Das Archiv des 1806 aufgehobenen Klosters Mehrerau steuert ein paar Stücke zur älteren Montforter- und damit auch zur liechtensteinischen Landes- sowie zur Lokalgeschichte bei. Der Rest verteilt sich auf die Vogteiamtsarchive und das Landschaftsarchiv Vorarlberg. *) Über die Bestände des Archivs vergl. Tiefenthaler, Das Vorarlberger Landes- archiv, 1939 Feierabend 25. II.
        

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