— 35 — 13. D ie europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis (LINNAEUS 1766) Es mutet den Nicht-Zoologen heute wohl fast unglaublich an, daß in unserm Lande einst eine Schildkröte heimisch war. L. RÜTIMEYER (1860,'S, 18) fand ihre Reste im neolithischen Moosseedorf, Kanton' Bern. Er- teilt (1860, S. 45 Anm.) ferner mit, daß dieses Reptil noch im Widensee, Kanton Zürich, und um die Mitte des vorigen Jahrhunderts im Genfersee sowie 1860 in den Sümpfen von Vouvry im Unterwallis gesehen worden sei (1861, S. 114 Anm.). Nach R. VOGEL (1933, S. 93) wurde die Sumpfschildkröte auch im neolithischen Moordorf Weier ' bei Thayngen, Kanton Schaffhausen, gefunden. • Das Z. M. besitzt ein Spirituspräparat einer Sumpfschildkröte, welche am 1. 6. 1908 beim Hausersee, Kanton Zürich, gefangen wurde. Niedrigere Sommertemperaturen und größere Niederschlagsmengen verursachten wohl das Verschwinden dieser Tierart aus unserm Gebiet (R. VOGEL, 1933, S. 93, M. DEGERBÖL, 1951, S. 94 —99). Überdies mögen zunehmende Siedlungsdichte und das Trockenlegen der Sümpfe dabei eine nicht unwesentliche Rolle' gespielt haben. In letzter Zeit wurden an verschiedenen geeigneten Orten der Schweiz einige Pärchen der Sumpfschildkröte ausgesetzt. Die Grabung auf dem Lutzengüetle brachte nur einen einzigen Knochen von Emis orbicularis1) zutage: Es ist ein rechtes Xiphiplastron (hinterer Knochen des Bauchpanzers) eines recht großen Tieres von et- wa 17 cm Panzerlänge. Es stammt aus der Michelsbergerzeit (Nr. 3/107). III. HAUSTIERE Die Haustiere geben der Tierwelt vom Neolithikum ah ihr ganz besonderes Gepräge. Unter dem Einfluß der Domestikation veränder- ten die'betroffenen Tierarten ihr Aussehen und ihr Verhalten. Durch künstliche Ausmerzüng unpassender Formen, durch Hegen an- sich benachteiligter Individuen und durch Kreuzuhgszucht entstanden und entstehen unter der Hand des Menschen in relativ kurzer Zeit Tier- formen, welche die Natur vorher nicht kannte. Pudel, Rennpferde, ') Für die Bestimmung dieses Knochens danke ich Herrn Dr.' H. BRÄM: EHRENBERG, Embrach (Kt. Zürich), herzlich.
        

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