— 366 — einfachen Fassade steht ein spitzer Turm in Verband; im Planprospekt von J. F. Wolfinger vom Jahre 1796 trägt der Turm ein Satteldach und die ganze Anlage der Kirche ist mit der Skizze von 1630. nicht zusam- menzubringen.17 Der Bau mit dem runden Turm in unserem Land- schaftsbild rechts von der Burg kann entweder als die St. Anna-Kapelle in der Au angesehen werden, die im Herbst 1799 als Pulvermagazin diente und im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde,18 oder als die'heute noch, bestehende Kapelle von Maria Hilf.1" Es bleibt noch nach dem Namen des Künstlers, der die Scheibe an- fertigte, zu fragen, sowie nach dessen Herkunft und Schicksal. Die. schon vermerkte Signatur I SP ermöglicht, ihn zu identifizieren. Die Buchstaben bedeuten: Jeronymus (Hieronymus) Spengler20, ein Ange- höriger einer'heute recht gut erforschten Malersippe.21 Die Spengler waren ursprünglich ein st. gallisches Geschlecht. Ein Hieronymus Spengler verwaltete in der Stadt das Amt eines Platztorbeschliessers, und Caspar Spengler, wohl dessen Sohn (1553 — 1604) zog 1582 nach Konstanz, bürgerte sich dort ein und heiratete; er wurde Stammvater der Konstanzer Glasmalerfamilie. Sein Sohn .Hieronymus (1589 •— 1635) ist der Gestalter unserer Scheibe. Um 1606 hielt sich der junge Glasmaler als Geselle in der Werkstatt des Mattheus Federer in Frei- 17. Vgl. Poeschel E., Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Basel 1950, Abb. 16, S. 35. ' 18. Poeschel E., 1. c, Abb. 50, S. 57 f. (Aquarell von Menzinger). 19. Poeschel E., 1. c, 52 ff. 20. Rott H., Die Konstanzer Glasmalerfamilie der Spengler, Badische Heimat, Zeitschrift f. Volkskunde, ländliche Wohlfahrtspflege, Heimat- und Denk- malpflege, 13. Jahrg. 1926, 85; derselbe, Quellen und Forschungen zur. Südwestdeutschen und Schweizerischen Kunstgeschichte im 15. und 16. Jahrh.,.I. Teil, Bpdenseegebiet 2 Bde., Stuttgart 1933, besonders I. Bd. 107; I. Bd. a (Textband), 120; Ruppert Ph., Konstanzer Beiträge zur Badischen Geschichte, Heft II, Konstanz 1890, Heft II, Konstanz 1895; Thieme Becker, Allgemeines Lexikon d. bildenden Künste XXXI. Bd. 356 f.; Schweiz. Künstler-Lexikon, II. Bd. 185. 21. Vgl. Rott H., 1926, 1. c, 82; der zeitgenössische Berner Glasmaler Jakob Spengler II, geb. 1579, kann für diese Scheibe nicht als Autor beansprucht werden. Dieser wenig bedeutende Glasmaler (mehr «Industrieglaser») ist historisch fast nicht fassbar, vgl. Thieme Becker, 1. c, 357;. Schweiz. Künstler-Lexikon III. Bd. 185; Anzeiger f. Schweiz. Altertumskunde NF 17, 1915 ,161..
        

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