— 364 — Gebiet der Herrschaft Vaduz einzufallen. Vielleicht ist Ulrich von Ramschwag im.selben Jahr, in welchem er,die Scheibe stiftete, gestor- ben, oder er ist aus irgendeinem Grund im Jahre 1629 als Vogt von Gutenberg zurückgetreten.10 Denn schon 1629 war Rignoldt von Pross- waiden Befehlshaber auf Gutenberg. Als letzter auf Gutenberg woh- nende Ramschwager gilt der Enkel unseres Stifters, Franz Karl Ferdi- nand; er starb 1716. Nominell blieben die von Ramschwag bis 1746, Vögte von Gutenberg; wohnten aber nicht mehr dort.11 ; Ulrichs Frau, Barbara von Hallwil, entstammte ebenfalls einem alten Ministerialengeschlecht, das im Hochmittelalter im Dienst der Grafen von Lenzburg, Kyburg und Habsburg stand. Eine aus dem Aargau ausgewanderte, österreichische Linie brachte es im Dienst der Habsburger zu einflussreichen Stellungen.12 Die Frau Ulrichs dürfte wohl der in österreichischen Diensten stehenden Linie entstammt sein. Der Stifter einer Wappenscheibe wollte öfters nicht nur durch Wappen und Inschrift in seinem Präsent sich verewigt sehen, sondern er sah gern irgendwo im Werk auch sein Porträt versteckt. Dabei darf man aber nicht an ein allzu' naturalistisches Bildnis denken als viel mehr an eine typisierte Wiedergabe.13 Diese Vorliebe kommt auch in unserer Wappenscheibe, zum Ausdruck: Der männliche Kopf, der in rotem Rankenwerk auf einem leicht angedeuteten Oberkörper sitzt und die (vom Betrachter aus) linke Säule trägt, stellt zweifellos den Stifter Ulrich von Ramschwag dar. Darauf weist sein Namenspatron in der 10. Büchel vermutet, dass Ulrich von Ramschwag 1629 gestorben sei, was aber nicht zutreffen kann, wenn er 1630 diese Scheibe stiftete, Büchel J: B., 1. c. 88. 11. Büchel J. B., 1. c, 89. 12. Hist. Biogr. Lex." d. Schweiz, IV. Bd. 63; die Wappen derer von Hallwil sind in verschiedenen Wappenscheiben anzutreffen, z. B.: Wappenscheibe des H. W. Mülinen und der Magdalena von Hallwil 1525, im Schweiz. Landesmuseum in Zürich, vgl. Lehmann H., Führer durch die Sammlung d. von Hallwilschen Privataltertümer, Schweiz. Landesmuseum,. 1929; der- selbe, Gesch. d. Luzerner Glasmalerei v. d. Anfängen bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts, Luzern 1941, Tafel 49, Abb. 73, Text S. 58 f.; Wappen- scheibe der Anna von Hallwil 1522 in Schloss Buonas, Kanton Zug, vgl. Lehmann H., 1. c, Tafel 47, Abb. 71, Text S, 58, 121; Wappenscheibe des Caspar von Hallwil und der Barbara von Hohenlandenberg, vgl. Leh- mann H., 1: c, Tafel 50, Abb. 74. 13. Boesch P., Die Toggenburger Scheiben, 1. c, 12. '
        

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