— 34 Die Phalanx 1 fällt in die .Mitte der Variationsbreite neolithischer Ure, welche J. BOESSNECK (1957, Tat. 2) in Regensburg gefunden hat. Der Vergleich mit den Stücken aus Seedorf, Kt. Bern, und Robenhausen ' (L. RÜTIMEYER, 1861, S. 107) ist schwierig, da die Maßdefinitionen des Autors nicht eindeutig sind. Im ganzenscheint unser Stück etwas klei- ner zu sein. Vergleicht man die distale Breite des Fesselbeines mit der proxi- malen des Kronbeins,• so sieht man schon aus den Maßen, daß die. beiden Knochen von zwei verschiedenen Individuen stammen müssen. 12. Der Wisent, Bison bonäsus (LINNAEUS 1758) Wie der Ur war auch das zweite europäische Wildrind einst all- gemein verbreitet. Der Wisent bevölkerte in nicht geringer Zahl die Waldgebiete Europas, und des Kaukasus. Der Flachlahdwisent wurde 1755'), der Kaukasuswisent 1921 als freilebendes Tier ausgerottet (O. FEHRINGER, 1953, S. 379). Als Gehegetier kommt er jetzt noch in etwa 200 reinblütigen Exemplaren z. B. in Polen, Deutschland und der Schweiz (Bern) vor. In Polen wurden 1953 einige wenige Tiere wieder in Freiheit gesetzt (TH. HALTENORTH & W. TRENSE, 1956, S. 72).' Dort war es auch, wo er sich im Walde von Bialöwies als wildlebendes Tier am längsten hat halten können (J. BOESSNECK, 1958, S. 47). In der Jungsteinzeit der Schweiz hat L. RÜTIMEYER (1860, S. 22, 1861, S. 67 f.) den Wisent für Wauwil und Robenhausen nachgewiesen und festgestellt, daß er «zu den häufigen Bewohnern der einstigen Waldungen am See von Pfäffikon» zu zählen sei. Am Bodensee fand man ihn in Steckborn (Untersee) und Nußdorf (R. VOGEL, 1933, S.73). Das Lutzengüetle lieferte nur einen einzigen Wisentbeleg: Dem aus der Michelsbergerschicht stammenden proximalen Radiusstück fehlt leider fast die Hälfte der medianen Seite. Aufgrund eines Vergleiches mit dem Radius eines rezenten Skelettes des Z. M. («B. e.» 1907) schätze ich unsern Fund auf 90 —105 mm proximaler Breite. Er war ein gutes Stück kräftiger als das Vergleichstier, entspricht aber ungefähr den neolithischen Funden aus Robenhausen mit 90 — 96 mm proximaler Gelenkflächenbreite (L. RÜTIMEYER, 1861, S. 98). Der Radius des rezenten Wisents, der zum Vergleich diente, hat folgende' Maße: Größte Länge 301, Breite prox. 81,5, Breite dist. 76. ') Nach TH. HALTENORTH & W.' TRENSE (1956, S. 6) erst 1775.
        

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