— 348 — «Wir heischen und laden demnach Dich von Römischer kaiser- licher Macht, auch Gericht und Rechts wegen hiemit und wollen, dass Du. innerhalb der nächsten zweien Monaten, von der Insinuier- oder Verkündigung dieser unserer kaiserlichen Ladung zu rechnen, so wir Dir für den ersten, änderten, dritten und endlichen Gerichtstag setzen hernach selbst oder durch Deinen gevollmächtigten Anwalt an unseren kaiserlichen Hof, welcher Orten derselbe alsdann sein wird, erscheinest, zu sehen und zu hören, Dich um obbemeldeter verübter widerrecht- licher Prozeduren und Verfahrungen willen, der habenden Kriminal- jurisdiction entsetzen, auch in denen Reichssatzungen und Konstitu- tionen einverleibten Strafen gefallen zu sein, mit Urteil und Recht zu sprechen, zu erkennen und zu erklären, oder aber beständige Ursachen, ob Du einige hättest, dagegen in Rechten, wie sichs gebühret, vor- zubringen». Der Graf wird also mit einer Frist von zwei Monaten nach Wien vor Gericht bestellt und erhält Gelegenheit, zur Verantwortung. Im Schlussatz erklärt der Kaiser ganz energisch, es werde die Verhandlung nach Recht und Gerechtigkeit stattfinden, ob der Graf nun erscheine oder nicht.'-«Danach wisse Dich zu richten». Die Verantwortung des Grafen erfolgt reichlich spät und ist natur- gemäss in keiner Weise überzeugend. Am 18. Mai 1685 reicht er ein Schreiben beim Reichshof rate ein. Alles sei .ohne sein Vorwissen geschehen; er habe die Beamten von seinem Vater übernommen und Vertrauen in sie gehabt, in der Mei- nung, sie werden es nach dem Rechte machen. Er habe also guten Glaubens gehandelt, weil er die Beamten als taugliche Instrumente angesehen habe. Besonders habe er auch, den juristisch gebildeten Richter, der im Besitze des Lizentiatsgrades ist, als qualifiziert für Kriminalprozesse erachtet. • . ' Für die-Schuld der Beamten könne der Landesherr nicht haftbar gemacht werden, das sei ein bestehender Rechtsgrundsatz. Zudem sei bei einzelnen Prozessen in Lindau bei Juristen Rat geholt worden, was eine besondere Vorsichtsmassnahme gewesen sei. Zum Schlüsse stellt der Graf den Antrag auf Wiedereinsetzung in ' sein altes Recht.
        

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