— 326 — Jahre darauf um 1730 für die neue Leopoldskirche der Donaustadt vom Maler Wolfgang Hauer nachgebildet wurde.1) Nun wissen wir, dass 1716 die Gemeinde Schaan ihre Absicht bekundete, die «die uhralte Capell Maria zue Trost auf Dux» zu erhalten, ja sie wieder neu zu errichten. Nach allem müssen wir schliessen, dass also hier ein. maria- nisches Trostheiligtum, bestand, bevor die genannten Bilder von Rom nach Wien kamen. Dux gehört daher .noch eher der ersten Phase des Kultes an. - . . In die Barockzeit gehört auch das ^osefs-Patrozinium zweier Walser-Kirchen. Triesenberg ~ erhielt als Ganzes die pfarrliche Selb- ständigkeit und zugleich eine neue grössere Kirche erst in den Jahren 1767 — 69. Nicht eine Pfarrkirche, wohl aber ein Kirchlein erhielten zur gleichen Zeit (1768) die Walser in Plänken oberhalb Schaan. Trie- senberg wie Planken wählten den hl. Josef als Patron. Im 15. Jh. traten Bussprediger wie Vincenz Ferrer und Bernhardin von Siena für den Kult des Nährvaters. Christi ein,- den die Humanisten nur als Dummkopf verschrieen hatten. Pius V. nahm sein Fest in das neue Brevier auf. Im nahen Österreich wurde der hl. Joseph 1675, in Mai- land, Spanien 1679 zum Beschützer erhoben. Die Barockzeit steht ganz im Zeichen des vir iustus. . , . Wäre Liechtenstein näher an Italien gelegen, so hätte das Land wohl auch schon in der Barockzeit - ein Heiligtum der Immaculata errichtet. Neben der Darstellung Marias als Mutter machte sich lang- sam ' auch die Idee der unbefleckt Empfangenen im Volksreligiösen verständlich. Die Anregungen dazu kämen meist von den spanischen Theologen und spanischen Malern des 17. Jh. (Greco, Zurbaran, 'Muriljo).3) Von dort ging' die Begeisterung auf die unter spanischem Einfluss stehende Apeninnenhalbinsel über. Von Italien drang das Motiv in die bündnerischen Täler. Nach einem Bilde von Murillo schuf der mailändische Nuvalone eine herrliche Immaculata, die durch die Kapuziner zwischen 1672 und 1687 nach Acletta bei Disentis gelangte ') Beissel St., Wallfahrten zu Unserer Lieben Frau. 1913 S. 105-106. Das S. 336 genannte Bild von Plainting in Niederbayern, entstanden vor 1689, ist ebenso ein Bild von Mariahilf, wie überhaupt die beiden Titel gerne ineinanderfHessen. • -) Bündner Monatsblatt 1952 S. 78-79. 3) Schreiber G., Wallfahrt und Volkstum 1934 S. 38.
        

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