— 324 — mit der im 14./15. Jh. aufblühenden Wallfahrt nach St. Wolfgang am Abersee in Oberösterreich'; der Heilige war in der Spätgotik ein Mode- heiliger in deutschen Landen, hauptsächlich (nicht ausschliesslich !) an den Wallfahrtswegen nach St. Wolfgang am Abersee entstanden zahlreiche Kirchen und Kapellen, meist 15. Jh.»1) Dazu passen die Belege der Schweiz. St. Wolfgang bei Cham wurde'1473 gestiftet. Die Wolfgangskapelle bei Schüpfheim datiert 1508.2) In Egg (1480) und Birmenstorf (Anfang 16. Jh.) war der Heilige Nebenpatron.:i) Offenbar strahlte von Einsiedeln, woher der Heilige stammte und wo auch frühe Reliquien waren, kein grosser Kult aus.4) In Ruggell; das bis 1874 zur Pfarrei Bendern gehörte, finden wir das Patronat des hl. Fridolin. An sich treffen wir den Titel dieses Missionärs, auch im Hochmittelalter, so war Glarus 1288 dem hl. Hila- rius und dem hl. Fridolin geweiht. Fridolin war auch der Mitpatron der Galluskirche in Beromünster, die 1297 gestiftet wurde.5) Der Hei- lige tritt dann in Galgenen 1477 als Konpatron auf, ferner Anfang des 16. Jh. auf einem Seitenaltare in Birmenstorf.6) Da nun über die Ruggeller Kirche keine Nachrichten aus.dem Mittelalter bekannt sind, vermutete Poeschel, man habe den hl. Fridolin deshalb zum Titulus erwählt, weil die benachbarten Herrschaften Werdenberg und Wartau den Glarnern gehörten. Da nun letztere erst 1517 in diesen Besitz ka- men, darf man, sofern die genannten Vorbedingungen richtig sind, erst an eine Kirche des 16. Jh. denken.7) Dem 16. Jh. wird die Kreuzkapelle in N'endein zugeschrieben. Selbstverständlich gab es Kreuzkirchen im Frühmittelalter, aber die meisten datieren doch erst aus der Zeit der Kreuzzüge und der an- schliessenden spätmittelalterlichen Epoche.8) 1) Lehner 57-58. 2) Hecker CL, Die Kirchenpatrozinien des Archidiakohates Aargau im Mittel- alter 1946 S. • 125 —126. Henggeier R., Die Patrozinien im Gebiete des Kt. Zug.. 1932 S. 144-146. • 
3) Beck M., Die Patrozinien der ältesten Landkirchen im Archidiakonat Zürichgau 1933 S. 48, 65. 4) Tüchle 146. Henggeier, Zug 145. °) Hecker 124, 142. Beck 
70. y «). Beck 48, 68, 151. . T) Hist.-Biogr. Lexikon der Schweiz VII. 484. s) Tüchle. 84, Hecker 10-12, Gruber, Sitten 98-100. . \ .
        

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