— 318 — des 9. und 10. Jh. belegen seinen Tag gut.1) Pfäfers legte in seine Evortkirche um 900 auch Reliquien dieses Heiligen.-') - Ohne Zweifel hängt mit- Pfäfers auch das Anianus-Patrozinium der Pfarrkirche von Pfäfers zusammen, die jedoch erstmals erst 1050 erwähnt ist.3) -Noch ein weiterer Heiliger gehört hierher, der hl. Amandus, ein Gascogner, der lange 'Jahre als Rekluse zu Bourges lebte, dann als erster Missionsbischof Galliens ins Gebiet von Friesland-Franken ge- sandt wurde. Auf sein Wirken in Flandern werden verschiedene Klö- ster zurückgeführt. Er starb an einem 6. Februar im 7. Jh. (679 oder 684). Seine Vita datiert'von ca 750, die Milo von St. Amand (f 872) ergänzte.4) Beachtenswert ist, dass Pfäfers zuerst ca 870/880 für seine Abteikirche und-ca 900 für seine Leutkirche St. Evort Reliquien zur Verfügung hatte.5) Anderseits ist für ca 850 eine königliche Eigen- kirche für das Gebiet von Maienfeld bezeugt, deren Titel wir 1105 er- fahren (ecclesia s. Amandi).6) Wie sehr alle diese Heiligen zusammenhängen, beweist ihr oft gemeinsames Vorkommen in den Litaneien der Zeit vom 8. — 11. Jh. An der Spitze steht Soissons 783/794 (Anian, Medard, Gildard, Vedast, Amand), darauf folgen die Litaneien des 9. Jh. in S. Denis (Medärd- Anian, Amand), Corbie (Medard; Amand, Anian); Metz (Anian,-Amand), Cambrai (Amand, Medard). Aus dem 10. Jh. sind zu nennen die An- rufungen von1 Freising (Medard, Amand), Köln (Amand), Utrecht (Amand, Medard), Trier (Medard, Amand, Anian), Lobbes (Anian, Mamert, Amand, bezw. Medard, Amand). Münstereifel (Remigius, Evort, Anian, German, Medard). Aus dem 11. Jh. seien nur angeführt: S. Ge'rmain-des-Pres (Medard, Amand, Anian, Evort) sowie Abtei \' ') Munding 134- 135, 164. ' . -) Perret, Urkundenbuch S. 63. In der Abteikirche befand sich um'880 keine Anianus-Reliquie. :l) Rothenhäusler S. 258 - 259. 4) Lexikon für Theologie und Kirche 1 (1957) .416 — 417. Über jeden Zweifel ist freilich gerade dieser Amandus von Flandern über den Amandus von Strassburg nicht erhaben. Das Durcheinander der Angaben siehe bei Tar- ner O., Die Kirchenpatrozinien von Graubünden 1925 S. 73 — 74. 5) Perret, Urkundenbuch S. 52 und 62. °) BUB I. S. 172, 384, 387. '
        

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