— 313 — sehr alt, da schon Ennodius (f 521), der frühere Archidiakon der Ambrosiusstadt, einen Martinus-Hymnus gedichtet hatte. Von Mailand abhängig war der Churer Sprengel (bis 843). Hier finden wir eine erste Kirche Anfang des 6. Jh. in Zillis, eine zweite aus der Karolinger- zeit. Darauf folgt die Martinskirche von Cazis, aus dem 7. oder 7./8. Jh., die heute noch erhalten ist. In Chur selbst stand um die Mitte des 8. Jh. oder etwas später eine Martinskirche (769). Das Churer Gelasianum gedenkt des Heiligen im Mess-Kanon. Durch das Tello-Testament von 765 kennen wir Martinskirchen in Ilanz und Disentis, vermutlich auch in Truns, wie der Presbyter Silvanus nahelegt.1) Durch das Reichsurbar des 9. Jh. erfahren wir von zwei weiteren Martinskirchen, von, denen die eine sich in Flims befand. Die andere stand in Eschen (in Essane ecclesia cum decima de ipsa villa). Die Patrozinien beider Kirchen sind uns erst spät überliefert, doch ist an ihnen nicht zu zweifeln. Nach dem Reichsurbar gehörten beide Kirchen dem Kloster Pfäfers, waren also Eigenkirchen dieser Abtei.2) Daher spricht E. Poeschel auch die Eschner Kirche als «vermutlich schon ein Teil des Pfäferser Dotations- gutes» an. Das dürfte auch tatsächlich so gewesen sein, wenn freilich der Begriff «Dotationsgut» nicht so wörtlich zu nehmen ist, da die karolingische Herrlichkeit von Pfäfers nicht an einem Tage ensfan- den ist!3) Zweifellos betont fränkischer als das • Martinspatrozinium von Eschen ist das Donaius-Patrozinium in Balzers-Mäls. Von der dortigen Petfuskirche war schon die Rede. Wie sich in Schaan zur Petruskirche eine Laurentiuskirche zugesellte, so hier ein Heiligtum des hl. Donatus. Schon Poeschel vermutete in Gutenberg eine frühmittelalterliche Kir- chenburg. Nicht das Patrozinium, wohl aber die Kirche ist bereits im Reichsurbar des 9. Jh. überliefert.4) Das Gleiche gilt auch von der ') Siehe darüber die Ausführungen in Studien und Mitteilungen des Benedik- tinerordens 65 (1953/54) 291 — 292 sowie kürzer in der Arbeit über den Gotthard-Raum S. 447 - 448 und passim. -) BUB I. S. 386 — 387.i Zum Patronat von Eschen Perret F., Liechtensteinisches Urkundenbuch I. 2, S. 331, 335. ' '•') Büttner H. in Zeitschrift f. Schweiz. Kirchengeschichte 53 (1959) 1-17, bes. 7 ff., wonach Pfäfers erst seit 806 grössere Besitzmacht erhielt. 4) BUB I.- S. 384, wo jedoch irrtümlich das sargansische Mels statt des liech- tensteinischen Mäls identifiziert wird. Poeschel, Kunstdenkmäler des Fürst. Liechtenstein 1950 S. 32.
        

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