— 309 — sein Bild aufgewiesen hatte.1) Alte Laurentiuskirchen gab es in Chia- venna und Lugano.2) Aber der Titel muss nicht unbedingt von Süden nach Rätien gekommen sein, er konnte auch von Frankreich, zu wel- chem Rätien seit 536 gehörte, einwandern oder wenigstens einwirken. Eine Laurentiuskirche wird in Trier bereits im 5. Jh. angenommen. Diejenige von Köln dürfte ebenfalls dem Frühmittelalter angehören.3) In karolingischer Zeit ist dann das Patrozinium in Rätien allgemein. , Im nahen Untervaz ist durch das Reichsurbar des 9. Jh. eine ecclesia cum decima' de ipsa villa nachzuweisen. Dass diese Kirche älter war, legt der Claudianus clericus de vico Uaze, der 768/800 urkundlich ge- sichert ist, nahe.4) Durch das gleiche Urbar ist auch eine Kirche zu Reams belegt worden, die königlich war und noch 904 als ecclesia baptismalis erscheint.5) Die Laurentiuskirche in Paspels ist zwar erst 1237 bezeugt, jedoch haben neuere Ausgrabungen eine frühmittelalter- liche Kirche wahrscheinlich gemacht.8) Auch in Flums begegnet uns laut Reichsurbar eine Pfarrkirche (ecclesia plebeia), die dem hl. Lau- rentius und dem hl. Bartholomaeus geweiht war und 881 aus dem kö- niglichen Besitz ans Bistum Chur kam.7) Vermutlich handelte es sich um eine Restitution. Am Rande der Raetiä Curiensis lag St. Gallen, dessen Klosterplan von ca 830 dem hl. Laurentius auch einen Altar vorsah.8) Neben Patrozinien sprechen auch noch andere Indizien für die frühmittelalterliche Laurentiusverehrung. Wir finden einen Per- sonen-Namen Laurentius 765 in Truns und eine Laurentia um 800 in, Chur.") Ferner treffen wir den Namen mehrfach in den Verbrü- derungsbüchern der karolingischen Zeit und zwar für das Gebiet von ') Nordström Carl Otto, Ravennastudien 1953 S. 14-17, 81 -82,'87. 2) Gruber E. in Zeitschrift f. Schweiz. Kirchengeschichte 33 (1939) 197 - 198. 3) Farner O., Die Kircheripatrozinien des Kt. Graubünden 1925 S. 37. Fink H., Die Kirchenpatrozinien Tirols 1928 S. 16 — 18. Stüwer W., Die Patrozinien des Kölner Grossdiakonats Xanten 1937 S. 93-94. 4) BUB I. S. 385' sowie S. 28 nr. 25. zu 768/800. Dazu die Pfäferser Notiz über • , die Dedicätio. BUB I. S. 171 zu ca 1100. 5) BUB I. S. 396, dazu S. 72 nr. 86 zu 904. °) Bericht von Architekt W. Sulser im Bündner Tagblatt vom 19. Juli 1958. .7) BUB I. S. 382 und S. 65-66 nr. 75 zu 881. • / • 8) Reinhardt H., Der St. Galler Klosterplan 1952 S. 10. ») BUB I .S. 18, 27. ...
        

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