— 308 — und Grabs.1) Es war doch wohl so, dass sich seit dem 6. Jh. im Ge- biete von Liechtenstein und dessen Kontaktzonen neben und nach Schaan bald da, bald dort eine neue Petruskirche öder sonst eine Seel- sorgekirche abküren Hess. Die Neu-Gründungen mögen teils vom Bischof von Chur veranlasst worden sein, wie etwa diejenige von Balzers-Mäls, oder auch vom König, wie diejenige von Zizers.2) Schaan hat nicht nur eine alte Peterskirche, sondern auch eine ehrwürdige Lauxßntiuskirche. Zwar ist der Beweis bislang nicht abso- lut schlüssig. Vermutlich ist jedoch die im Reichsurbar des 9. Jh. ge- nannte Kirche eine königliche Gründung und daher wohl eher unsere Laurentiuskirche als die Petruskirche, die eher eine Bischofskirche ge- wesen sein könnte. Der noch erhaltene Turm datiert erst von ca. 1100, das Patrozinium sogar erst von 1300. Aber die Nähe der alemannischen Nekropolo des 6.17. Jh. spricht dafür, dass hier der Sitz der alemanni- schen Bewohner war, um St. Peter die Siedlung der romanischen Be- völkerung. Dieses.Nebeneinanderwohnen', nicht Zusammenwohnen von Rätern und Alemannen in diesen Gegenden passt am ehesten ins Früh- mittelalter. Die Patrozinienkunde kann das Alter durchaus bekräftigen. Schon Konstantin der Gr. (337) baute an der Grabstätte des heiligen Diakons eine grössere Kapelle. Eine eigentliche Basilika errichtete daraus Papst Pelagius II. (579 — 590).3) In Ravenna finden wir den Heiligen im grossen Prozessionsbild von S. Apollinare nuovo aus dem 6. Jh., nachdem schon vorher die Kapelle der Galla Placidiä im 5. Jh. ') In Grabs weilte der Diakon Johannes, ein Räter, der 615 Bischof von Konstanz wurde. Die Kirche war dem hl. Bartholomaeus geweiht. Darüber siehe-Perret Fr., Urkundenbuch der südl. Teile des Kt. St. Gallens 1 (1951) ^ 4-5, ferner Kilger L. im Sankt-Gallus-Gedenkbuch 1952 S. 29-31, sowie Kläui P., Von der Ausbreitung des Christentums zwischen Untersee und oberem Zürichsee im 7. Jh. 1954 S. 19. (2) 
Die Frage, wie sich die älteste Schaaner Peterskirche zum römischen Kastell verhielt, wird hier absichtlich nicht erörtert, da darüber Dr. H. R. Senn- hauser, Zurzach, eine besondere archaeologische Untersuchung veröffent- lichen wird. Vergl." vorläufig David Beck im Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 57 (1957) 233 - 272 und 58 (1958) 285-293. Zum Gesamten Georg Malin ebendort 58 (1958) 9-81. i 3) Lexikon f. Theologie und Kirche 6 (1934) 413 — 414. Dictionnaire d'Archeo- logie et Liturgie VIII. 2 (1929) 1917 f.
        

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