— 305 — rend die Petruskirche eine königliche Fronhofkirche darstellte. Beide werden in gleicher Weise im Reichsurbar des 9. Jh. genannt.1) Nicht umsonst nahm ja gerade der fränkische Garf Hunfried (reciarum co- mis, vir inluster Unfredus) nach der Einführung der Grafschaftsver- fassung 806 in Rankweil Wohnung.2) Ebenfalls im Reichsurbar genannt 'ist die Petruskirche in Feldkirch-Altenstadt (ecclesia sancti Petri ad Campos), die später 909 an St. Gallen kam.3) Es wäre nicht ausge- schlossen, dass die Kirche von Rahkweil aus gegründet wurde. An- schliessend folgt St. Peter in Schaan,' eindeutig durch die Ausgrabungen von 1958 belegt. Ihr schliesst sich an die Petruskirche des alten Räter- dorfes Balzers-Mäls, die vermutlich eine bischöfliche Kirche war, weil sie im Reichsurbar nicht figuriert. Endlich darf noch Zizers erwähnt werden, dessen Hof und Kirche (Patrozinium 1365 erwähnt) im Jahre 955 von Otto I. dem Bischof von Chur geschenkt wurden.4) Also war wohl Zizers zum mindest nach der.Divisio von 806 königlich, wahr- scheinlich aber schon vorher. Endlich fügen wir dem Reigen der Peters- kirchen Mels an. Schon 765 erscheint im Tello-Testamente als Zeuge ein Lobucio de Maile, nach dem Kontext sicher Mels, da vorher ein Zeuge aus Sargans auftritt. Im Reichsurbar sind nicht weniger als 4 Kirchen, jedoch ohne Titel genannt: in Meilis ecclesiae IUI.5) Wir haben also um 850 eine zusammenhängende Reihe von Petrus- kirchen, die sich von Rankweil und Feldkirch über Schaan und Balzers- Mäls bis nach Zizers und Mels erstreckt. Ohne Zweifel darf sich Schaan rühmen, nach dem jetzigen Stande der Forschung die älteste belegte Petruskirche zu besitzen. Von den übrigen fünf dürfte vielleicht Rank- weil Balzers-Mäls und Mels als besonders alt und wichtig hervorge- hoben werden. Ältere Pfarrkirchen mit dem Petrus-Titel sind meist Mutterpfar- reien einer grösseren Landschaft. Einleitend wurde schon auf die Pe- truskirchen von Rom-Mailand-Como-Bellinzona-Biasca hingewiesen. ') BUB I. S. 376-377. St. Peter in Rankweil ist urkundlich auch 817 nachzu- weisen. Helbok A., Regesten von Vorarlberg und Liechtenstein bis 1260. 1920 Ŝ8 nr. 13. -) BUB I. nr. 35 und 44 zu 807 und 823. 3) BUB I. S. 376 und S. 73 - 74 nr. 88 zu 909. , J) BUB S. 94 — 95 nr. 114 zu 955. . . . ' 5) BUB I. S. 387, dazu S. 22 nr. 17. zu 765. ,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.