— 294 — Ein Bodenprofil hat noch auffallende Parallelen in den fränkischen Gräbern der 1. Hälfte des 5. Jh. von Haillot. Die Datierung der afrikanischen TS ist leider allgemein noch nicht genügend gefestigt. Aber es ist doch wohl so, dass die feinen, einfachen Teller, wie sie um 300 in Köln auftreten, ein früheres Stadium darstel- len als die gestempelten, dickeren Platten1). Dies frühere Stadium ist in Schaan jedenfalls nicht vertreten. Die glasierten Reibschalen und Krüge kann man vorläufig nicht genauer datieren, als «ins 4. Jh.». Zu unseren Lävezgefässen mit den typischen Kerbleisten gibt' es ein Vergleichsstück aus einer sicher valentinianischen Rheinwarte, die übrigen Formen sind nicht fixierbar. Die bronzenen Kerbschnittschnallen gehören nach allgemeiner Er- fahrung zum typischen Inventar der 2. Hälfte des 4 Jh. Das Gleiche gilt für die Kämme mit den profilierten Schmalseiten, für die jedoch durch ein Basler Alamannengrab bewiesen ist, dass sie" auch noch in der 1. Hälfte des 5. Jh. in Gebrauch waren. Die beiden kleinen, einreihigen Kämme sind sicher wiederum dem späten 4. Jh. zuzuweisen, wobei sich die Frage stellt, ob man für den trapezförmigen Kamm eine Entstehung erst im 5. Jh, in Erwägung ziehen muss. Mir scheint jedoch, dass sich die Dekorationsweise dieses Kammes.hoch ' ganz in der. Art des 4. Jh. hält, im Gegensatz zu der entwickelteren Form und Dekoration des Vergleichstückes aus Lavant, dem etwa das frühchristliche Beinkästchen von Heilbronn2) zur Seite gestellt werden könnte. Das Inventar der Kleinfunde enthält also eine ganze Anzahl von Hinweisen auf die 2. Hälfte und das Ende des 4. Jh., und für kein Stück besteht ein Zwang zur Datierung in dessen 1. Hälfte. Aber selbst- verständlich können soundsoviele Stücke noch aus dieser Zeit stammen. Über die 3 noch früheren Sigillaten wurde oben S. 237. gehandelt. : ') Den feinen Tellern aus Köln (s. o. S. 244 f.) entsprechen solche der A-Ware bei Waage, Hesperia II, PI. IX 115 — 116 und 139, die auf der Agora in einer Brandschicht über Münzen des Gallienus und der Salonina (253 — 268 n. Chr.) in grösserer Zahl gefunden wurden. Ebenso erscheinen sie in Albintimilium unter Lamboglias «tipo C» in Fig. 80, 15. -) P. Goessler, Germania (16) 1932, 294 ff. • .
        

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