— 288 — entsprechen, die solche Stücke von irgendwo mitbrachten, also diesen Becher wahrscheinlich aus dem Rheinland. Woher die genannte Schale gekommen sein könnte, wissen wir leider nicht. Ob die verzierten Griffe und Kämme aus Bein in Schaan selbst ge- fertigt wurden, lässt sich nicht absolut sicher entscheiden, da unter den Halbfabrikaten gar kein • Stück vorhanden ist, an dem etwa jemand mit dem Versuch einer Dekoration begonnen hätte. (Das Landesmu- seum Zürich besitzt ein solches Exemplar aus der Warte Rheinau). Unsere Halbfabrikate erwecken eher den Eindruck, als ob sie nur für verhältnismässig einfache Gegenstände bestimmt gewesen seien. Aber natürlich könnten die beiden Griffe, TAF. 9, 1 — 2 aber auch die Kämme gut am Ort selbst gemacht sein. Jedoch zumindest für die beiden aus dem Rahmen fallenden kleinen Kämme, TAF. 9,4 und 7,3 möchte man Import annehmen. Fimdliste zu Abb. 1.: Argonnen (Rädchen-) Sigillata in der Schweiz und im angrenzenden alpinen Rheintal. Eingetragen sind die Fundorte, an denen Argonnensigillata des 4. Jh. mit Sicherheit nachgewiesen ist. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um Schüsseln der Form Chenet 320 mit Rädchenver- zierung, weil diese Stücke am leichtesten kenntlich sind. Eine genau- ere Durchsuchung der Museumsbestände nach weiteren Stücken würde das Kartenbild wahrscheinlich noch stärker beleben, aber in seiner wesentlichen Aussage kaum verändern. Wenn' man irgendeine Kera- mikgruppe der früheren Kaiserzeit herausgreifen würde und in dieser Art kartieren, dann erhielte man eine ausserordentlich dichte Besetzung des gesamten schweizerischen Mittellandes und des Wallis, während demgegenüber das Rheintal und Graubünden fast leer ausgingen. Umso mehr fällt also deren Dotierung in der Spätzeit ins Gewicht. 1) Basel. Fellmann 1955, 128. 2) Kaiseraugst. Ein bestimmtes Stück lässt sich leider nicht nach- weisen, aber es ist unbedingt anzunehmen, dass Argonnen-TS hierher gelangte. 3) Mumpf. Wachttürme, 124. 4) Courroux. Mus. Delemont. 5) Trimbach. Chenet, S. 152. JbSGU 1912, 179 Abb. 40.
        

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