— 284 — • FRAGEN DER IMPORTE a UND DER CHRONOLOGIE 
1 , i Wenn man die Gesamtmenge der Funde von Schaan überblickt, so gewinnt man den Eindruck, dass ausser den Fabrikaten aus Hirsch- horn gar nichts am Ort selbst oder auch nur in dessen näherem Um- kreise hergestellt wurde. Die Terra sigillata stammt zum grösseren Teil aus den Argonnen, zum kleineren aus Nordafrika, die andere Keramik S. 249 f. besteht aus lauter Eihzelstücken, die nicht einheimisch sein können. Die grosse Menge der Lavezgefässe kommt wahrscheinlich aus dem Veltlin und somit aus nicht allzu grosser Ferne aber doch immerhin über einen Alpenpass. Die Frage, wo die glasierten Reibschalen beider Gruppen hergestellt wurden, ist vorläufig nicht zu lösen. Wie schon oben, S. 252 betont wurde, sind sie im 4. Jh. eine typische Erscheinung im raetisch-norisch-pannonischen Raum, wo eine grössere Zahl von Töpfereien dafür bestanden haben muss. Klarheit hierüber könnte nur eine bessere Kenntnis der Profilformen in Verbindung mit Verbreitungskarten geben. Die Gruppen A und B von Schaan müssen entweder aus zwei örtlich verschiedenen Zentren kommen oder sich zeitlich ablösen. An die Gruppe B sind auf Grund des gleichen Tones die Knickschüsseln TAF. 2, 4 — 5 und die Sigillata-Nachahmungen TAF. 1, 20 und 6,8 anzuschliessen. Merkwürdig ist es nun, dass die ockerbraunen Knickschüsseln in gleicher Weise wie in Schaan auch auf dem Lorenzberg vorkommen, andererseits jedoch die Reibschalen vom Lorenzberg nur unserer Gruppe A entsprechen. Demnach ist an- zunehmen, dass. die beiden Gruppen A und B gleichzeitig an ver- schiedenen Orten hergestellt wurden. Wir stellen die Hypothese auf, •dass das Töpferzentrum A sowohl den Lorenzberg wie Schaan mit Reibschalen belieferte, und das Zentrum B, das verschiedene Keramik- sörten fabrizierte, -lieferte nach Schaan Knickschüsseln, TS-Nachah- mungen und Reibschalen, auf. den Lorenzberg jedoch nur Knick- schüsseln. Beide Zentren können in Raetien gelegen haben. Für das Zentrum B möchte man einen ostalpinen Standort vermuten. Auch eine gewisse Keramik von Lavant wird als auffallend glimmerhaltig beschrieben.1) Selbstverständlich kann eine solche Hypothese jederzeit l) H. v. Petrikovits bei Miltner, 0. J. (40) 1953, Beibl. Sp. 88, Anm. 87.
        

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