— 267 — 57/372. Kleines Beinfragment, äusserst fein gearbeitet, dreischichtig, mit bronzenen Nieten zusammengehalten, Umriss oval-bogenförmig, unten abgebrochen, beidseitig in gleicher Weise mit ganz feinem Kreis- muster als Randbordüre verziert. TAF. 7, 3. F. O: Feld K. Hierbei dürfte es sich höchst wahrscheinlich um den Rest eines einreihigen Dreilagen- kammes handeln, bei dem der Mittelteil des Griffes bogenförmig her- vorragte. M. Alföldi bildet S. 481, Abb. 110 ein solches Stück aus Inter- cisa ab und sagt dazu, dass diese'Kämme mit glockenförmigem Griff in Intercisa für das Ende des 4. Jh. charakteristisch seien und dass der Typus zum Formenschatz der Ostgermanen gehöre. Hierzu fügt es sich gut ein, dass P. Reinecke, Mainzer Ztschr. (1) 1901,' 44, Abb. 2, 17 — 20, Dreilagenkämme verwandter Art aus der Umgebung von Kiew abbildet, von denen besonders Nr. 17 sehr stark an unser Bruch- stück erinnert. Danach die Skizze TAF. 7, 16. Allerdings ist unser Fragment sehr klein, etwa nur zwei Drittel so gross wie das aus Inter- cisa abgebildete, aber ich glaube trotzdem, dass es sich um ein kleines Exemplar eines ebensolchen Kammes gehandelt hat. Ein ebenfalls sehr kleiner Kamm dieser Art findet sich in der reichen Kammkollektion aus den Barbarathermen in Trier, wiederum aus dem späten 4. Jh. (Germania Romana, 1922,- 84, 3). Die beste Pa- rallele zu dem Fragment aus Schaan ist jedoch ein Kamm aus den Grabungen unter dem Kölner Dom. (Der Kölner Dom, Bau- und Gei- stesgeschichte. Ausstellung Hist. Mus. Köln 1956, Abb. zu Nr. 8 i. S. 19. Freundlicher Hinweis von Frl. A. Bruckner, Bonn). Als weitere Beispiele lassen sich folgende Stücke namhaft machen: Aus einem Alamannengrab des 5. öder frühen 6. Jh. in Herthen, ge- genüber Kaiseraugst, Westd. Ztschr. (9) 1890, Taf. 9, 51. Aus Wiesbaden, Altertümer uns.,heid. Vorzeit V, Taf. 72, Nr. 1359. Dort, S. "427, sind erwähnt je ein Exemplar aus dem .Ringwall Gelbe Bürg (Heilbronner Vereinsbericht 1904, Taf. II),. Gross-Umstadt (Mus. Darmstädt) und Vinaric in Böhmen (Pic, Starositnosti III), mir alle nicht zugänglich. -Ein Stück von etwas abweichender Form gibt O. Doppelfeld, Kaiser- zeitliche Grabfunde von Zernikow (Kr. Lebus), -Prähist .Ztschr. '(22) 1931, 169 ff., Abb. 2, 4. Aus dem gleichen Grab, das in die- 2. Hälfte des 4. Jh. datiert wird, stammt eine gepunzte Gürtelschnalle, die unse- rem Beschläg Taf. 7, 6 sehr ähnlich ist. Ebenda, 177, wird gesagt,, dass es viele Kämme dieses Typus in Ost- /Mittel- und Westdeutschland r
        

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