— 266 —- form und sind in drei Lagen gearbeitet, wie die zweireihigen Kämme, d. h. der dreieckige oder'ovale Griff, ist durch zwei aufgelegte Platten verstärkt und diese Platten tragen, die Verzierung. Zu diesen Kämmen / gehören oft noch kleine Etuis zum Schutze der Zinken1). Sie sind aus- gesprochene «Taschenkämme», wie auch die zweireihigen Stücke. Un- ser kleiner Kamm von Schaan hingegen ist ganz eindeutig ein Zier- kamm, der aufgesteckt im Haar getragen wurde. Unter den sonstigen spätrömischen Inventaren von Grab- und Siedlungsfunden habe ich bisher hierzu keine Parallele entdeckt. Der Kamm gehört also wohl zum Trachtzubehör eines anders gearteten Kreises. Er wurde in der «Schicht über dem Bad» gefunden, und die Ausgräber sprachen von Anfang an die Vermutung aus, dass das Stück nach der eigentlichen Besiedlungszeit des Kastells hierher geraten sein könnte2). Anderer- seits wäre dies dann wiederum das einzige Fundstück, das aus einer späteren Zeit stammte, und ein solcher Zufall entbehrt der Wahrschein- lichkeit. Das einzige Vergleichsstück, das sich hier finden liess, ist ein . sehr kleiner, ebenfalls nur einschichtiger und einreihiger Aufsteck- kamm von rechteckigem Umriss aus Lavant in.Osttirol3). Miltner sagt dazu nur, dass das Stück durch seine Verzierungsaft als .Erzeugnis der Völkerwanderungszeit gekennzeichnet sei. Wir geben eine Skizze nach der Fotographie bei Miltner, Offensichtlich liegt beiden Kämmen' der- selbe Typus zugrunde, wobei aber das Exemplar von Lavant im Zierstil und der Kreuzform des Griffes einer entwickelteren Stufe angehört, während der Kamm von Schaan noch mehr den üblichen Dreieck- kämmen angeglichen ist. Für beide Stücke darf wohl ostgermanische Herkunft in Betracht gezogen werden, was aber nicht besagt, dass der Kamm von Schaan später datiert werden muss, als ans Ende des 4. Jh.4) ') z. B. Nenquin, PI. IX. -) s. a. Malin, 55'. •') F. Miltner, Die Ausgrabungen auf dem Kirchbichl von Lavant in Osttirol, ö. J. (38) 1950, Beiblatt, Sp. 51, Abb. 15. Danach unsere Taf. 7, 17. ' •) Ganz neuerdings lässt sich nun noch ein weiterer solcher Aufsteckkamm / namhaft machen, der in direkte. Parallele zu dem Stück aus Schaan ge- setzt werden muss. Er stammt aus Lausen (Bäselland), JbSGU 47, 1958/59, 190 Abb. 39. Am Original, das mir K. Rudin, Basel-, freundlicherweise zusandte, sieht man im Ornament der Vorderseite Spuren roter Farbe. Die auffällige Aushöhlung der Rückseite dürfte m. E. zur Einlage eines Amu- . lettes gedient haben. Unter den Beifunden findet sich ein Stück Argonnen- . Sigillata.
        

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