— 252 — Die stark vermehrte Verwendung von grünlich-bräunlicher Blei- glasur gehört zu den bekannten Erscheinungen im 4. Jh. Das geo- graphische Zentrum liegt in den Ostalpen und Pannonien, aber auch am südlichen Alpenrand tritt die Ware häufig auf, und zwar beson- ders in Krugformen. Im Rheinland gehört sie zu den selteneren Vor- kommnissen. Als Parallelen zu unseren bauchigen Gefässen auf TAF. 2, 10 — 12 sei hingewiesen auf die Stücke aus Zeiselmauer, ö. J. (36) 1946, Beiblatt Sp. 85 ff, Abb. 44, 7 und Schörgendorfer1) Nr. 489 sowie Nr. 543 von Au am Leithaberge und Nr. 520 aus Krems-Mautern, leider alle nicht genauer im 4. Jh. datierbar. Unsere Schaaner Stücke liegen zweifellos am nordwestlichen Rande eines Gebietes, in dem solche Formen gebraucht wurden. Die glasierten Reibschalen sind im 4. Jh. in Pannonien, Noricum und Raetien sehr häufig, dagegen im Rheinland unbekannt. Die Ver- breitung in der Schweiz (s. Abb. 2) zeigt deutlich das Abnehmen gegen Westen. Interessant ist aber, dass solche Reibschalen doch auch in Albintimilium aufreten. Lamboglia gibt Fig. 82, 76 — 81 Profile, die eine starke Variationsbreite in der Formbildung aufweisen,, wobei ein- zig die immer sehr hohe Randleiste konstant bleibt. Sonst werden Profile nur selten veröffentlicht. Drei stark von einander verschiedene aus Begenz s. Ö. J. (38) 1950, Beiblatt Sp. 23, Abb. 3. Eva Bonis hat mir freundlicherweise einige Proben von glasierten Reibschalen aus Ungarn zugeschickt zum Vergleich mit unseren Exemplaren. Diese wenigen pannonischen Stücke sehen in Ton, Glasur und Profilgebung anders aus, als die unsrigen. Es befindet sich dabei ein Profil, das genau dem entspricht, das Intercisa II, Abb. 38, 18 c gezeigt wird2). Die glasierten Reibschalen aus Schaan lassen sich mengenmässig in eine grössere und eine kleine Gruppe scheiden. Die grössere Gruppe A ist aus einem ziegelartig roten Ton hergestellt, der ziemlich porös ist und etwas Glimmer enthält. Die Innenseite ist mit Sand und. Quarzkörnern gerauht, vor allem unten in der Mitte. Die Glasur besteht meist aus einer dichten, dicken, glasigen Masse, die die Innenseite bis zur "Randleiste hinauf bedeckt, jedoch gegen den Rand zu oft in Flek- - ') A. Schörgendorfer, Die römerzeitliche Keramik der Ostalpenländer. 'l942. 2) Über eine Werkstatt für glasierte Reibschalen in einer panonischen Villa s. Edith Thomas, Acta Archaelogica (6) 1955, Budapest, 120 ff. Die Reib- schalenprofile Abb. 3, 64-69 sind andersartig als die unsrigen von Schaan.
        

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