. — 240 — r • andere-aus einer Höhle am Calanda bei Chur1) hat. Das dritte Räd- chenmuster von Schaan, TAF. 6, 3, entspricht genau dem Muster Chenet 150. Auch hier gibt er als Fabrikationsorte Vauquois und Chätel an und nur Heidelberg und Strassburg als Fundorte. Dazu können wir aus der Schweiz noch ein Stück aus dem Kastell Yverdon nennen (Mus. Yverdon). Sowohl Yverdon wie Zürich sind Anlagen valentini- anischer Zeit2). Aus dem Fabrikationsort Chätel-Chehery stammen vor- wiegend Rädchenmuster mit christlichen Symbolen, wie sie sicher erst im späteren 4. Jh. hergestellt wurden, (s. Chenet 39 ff). Im frän- kischen Friedhof von Haillot sind solche christlichen Rädchensigilla- ten aus der spätesten Zeit der Töpfereien von Chätel in der ersten Hälfte des 5. Jh. nachgewiesen. Die dort gegebene Verbreitungskarte zeigt, dass in dieser Spätphase der Ausbreitungsradius der Rädchen- sigillaten bereits sehr viel kleiner geworden ist, wenn man mit der allgemeinen Karte bei Chenet S. 125 vergleicht, (s. Breuer und Roosens 1957, 235 ff. mit Fig. 21). Unter den Rädchensigillaten der Schweiz ist mir kein Stück mit christlichen Zeichen bekannt. Der Überblick über die in Schaan eingeführte Argonnenware ent- hält also keine besonderen Hinweise auf das frühe 4. Jh., jedoch • einige nicht zu übersehende Fingerzeige für Datierungen in dessen 2. Hälfte. Die sich in unserem Falle zeigenden Übereinstimmungen der Rädchenmuster von Schaan-Chur-Zürich sind sicher nicht bedeutungs- los und ein ähnlicher, historisch-geographischer Zusammenhang scheint •sich für das Muster Chenet 165 abzuzeichnen, das auf dem Goldberg bei Türkheim auftritt und ebenso in Seebruck, auf dem Lorenzberg und in Vindonissa. Der Argonnen-Sigillata angeschlossen ist die Wandscherbe eines Kruges mit Rest von weisser Rankenbemalung, in der Art wie.sie eben- falls in den Argonnentöpfereien .sehr häufig vorkommen. Es muss sich bei unserem Stück um den Rest eines Kruges handeln, den wir uns etwa wie die Stücke bei Chenet PI. XX und Fig. 40 vorzustellen haben. Ausserordentlich typisch für die stilistische Uniformität im 4. Jh. ist das Auftreten ganz gleicher, einfachster weiss aufgemalter Ranken auch im östlichen Mittelmeerraum, (vgl. z. B. Robinson, Agora, PI. 37, M. 209). 1 ') Bündner Monatsblatt 1942, 78. 2) SRZ3, 303. Schleiermacher, 179 u. 183. Lindenhof, 52.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.