— 239 — Die Grundtypen des spärlichen Formenschatzes der Argonnen- Sigillata sind damit eigentlich fast vollständig vertreten. Es fehlen nur die zum Teller 313 gehörige Tasse 314, die Schüssel mit kleinem Kra- gen 324 sowie die konische Tasse 310 (Dr. 33). Die Qualität der meisten Stücke ist ausgezeichnet. Die einzelnen Formtypen als solche, sind innerhalb des 4. Jahrhunderts kaum genauer datierbar. Immer- hin setzt Nenquin in seiner Bearbeitung der Nekropole von Furfooz die drei Gräber Nr. 2, 9-und 18, in denen Schalen der Form Chenet 304 vorkommen, in die 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts und die beiden Gräber 16 und 21, die Becher der Form 333 enthalten, kurz nach 350 und in die Mitte des 4. Jh. an. Auffällig ist die Fussbildung der kleinen Schüssel TAF. 1, 1. Sie ent- spricht nicht den bei Chenet abgebildeten Stücken dieses Typus, hat jedoch eindeutige Entsprechungen unter den Grabfunden aus der 1. Hälfte des 5. Jh. von Haillot, von denen weiter unten noch die Rede ist. Unsere Schüssel dürfte demnach zumindest ganz spät • ini 4. Jh. entstanden sein. Es wäre zu erwarten', dass eine neue, gründliche Durcharbeitung der Rädchenmuster dazu führen würde, dass diese Muster klarere zeit-, liehe Hinweise geben könnten, als sie es im Augenblick tun. Dazu müsste das vorhandene Material noch besser ausgeschöpft werden. Für das Gebiet der Schweiz figurieren z. B. bei Chenet (1941),-6 Stücke, während mir heute hier rund 50 Exemplare bekannt sind. Vgl, Abb. 1 unten S. 288. Von den drei in Schaan vertretenen Mustern, TAF. 6, 1 — 3. haben 1 und 2 Muster, die genauso nicht bei Chenet zu finden sind. Sie stellen beide leichte Varianten zu Chenets'Ni. 81/82 dar. Hierzu gibt er Vauquois und Chätel als Fabrikationsorte sowie eine ziemlich grosse Zahl von Fundorten in Frankreich und am Rhein an, darunter Alzei, dessen Datierung in der 2. Hälfte des 4. Jh. festliegt.1) Hinzu- zufügen ist noch das uns näher gelegene Seebruck am Chiemsee.2)' Für unseren Zusammenhang ist es interessant, dass von den beiden .Variateri des Musters 81/82, die in Schaan vorliegen, die eine eine ganz genaue Entsprechung auf dem Lindenhof in Zürich und die ») Germania 1929, 177 ff. -) Ztschr. H.ist. Ver. Schwaben u. Neuburg (39) .1913,. 246.
        

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