etwa an unserer einen mit Relief verzierten, älteren Scherbe noch spürbar ist — sondern jedes kleine Einzelmotiv ist nur ein Teil des grösseren Gefüges, -und das heisst in diesem Falle eben ein Stück der gesamten, lebendig gemachten Oberfläche. Es gibt keine individuali- stisch eingesetzten Kunstformen, und es ist gar nicht verwunderlich, dass wir auch die Namen der Verfertiger auf den kunstgewerblichen Gegenständen dieser Zeit nicht mehr finden. Noch bis ins 3. Jahrhun- dert hinein wenn auch immer seltener werdend, haben die Töpfer ihre Ware signiert. Im 4. Jahrhundert tun sie es nicht mehr. Das Indi- viduum geht in einer grösseren Gemeinschaft auf, oder vielleicht besser gesagt, es zieht sich in sie zurück und sucht sich in einer dro- henden Welt,an Werte zu halten, die ausser ihm selbst liegen. Die Muster auf. den Argonen-Sigillaten und den Beingegenständen sind sich sehr ähnlich in der Grundstruktur. Man fragt sich unwill- kürlich, ob ihre kleinen, wechselnden Zeichen nur dem Spiel des Griffels entsprungen sind, oder ob sie nicht manchmal eine Bedeu- ,tungs-Sprache haben. In ihrer spätesten Entwicklungsstufe kommen zwischen den Rädchen- und Stempelmustern solcher Sigillaten eindeu- tig christliche Symbole vor. Ein uns nicht bekannter, magischer Sinn könnte also auch anderen dieser Zeichen innewohnen. Unter den Funden von Schaan findet sich kein Stück, auf dem etwa ein Christusmonogramm oder, ein anderes Symbol zu sehen wäre, das uns die Zugehörigkeit der Bewohner zum Christentum bezeugen könnte. Es ist jedoch für eine Kastellbesatzung des ausgehenden 4. Jahrhunderts mit viel Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass sie sich zur christlichen Religion bekannte,, wobei man sich darüber klar sein muss, dass die Form der Gottesanschauung und das Ethos, das damit verbunden war, weit von dem entfernt gewesen sein müssen, was wir heute unter «christlich» verstehen.
        

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