— 232 — sondern war ein rückwärtiger Stützpunkt zur Sicherung der Strasse Bregenz-Chur.1) Unter den Kaisern Constantin (307 — 337) und Välen- tinian (364 — 375) wurden nochmals grosse Befestigungswerke errich- tet. Eine dichte Reihe von Wachttürmen am linken Rheinufer von Basel bis Konstanz und wahrscheinlich die Kastelle in Zürich, Altenburg bei Brugg, Ölten, Solothurn und Yverdon sind Bauten Valentinians.2) Schaan gehörte im 4. Jahrhundert zur römischen Provinz Raetia prima, die von einem Statthalter mit Sitz in Chur verwaltet wurde. Dieser war einem Präfekten unterstellt, der in Mailand residierte. Mili- tärisch stand die Raetia prima gemeinsam mit der nordöstlich anschlies- senden Raetia secunda unter dem Befehl des gleichen Meerführers. Das westlich angrenzende Gebiet der Helvetier gehörte zur Provinz Maxima Sequanorum, deren Statthaltersitz in Besancon lag. Den ge- nauen Verlauf der Grenze zwischen den beiden Provinzen kennen wir nicht. Stein am Rhein war auf jeden Fall noch raetisch und im Süden lief die Grenze zwischen Zürich- und Walensee hindurch. Es wird vermutet, dass aber auch Winterthur in der Spätzeit noch zu Raetien gehört habe. Im Folgenden soll nun untersucht werden, inwiefern unser histo- risches Bild von Schaan durch die Kleinfunde vielleicht noch berei- chert werden kann. Diese Funde sind sehr fragmentiert und wirken auf den ersten Blick eintönig, grob und uninteressant. Wenn wir sie trotzdem alle. Stück für Stück, dem Leser dieses Jahrbuches vorführen, so geschieht es in der Meinung, dass sie als Gesamtheit ein Dokument darstellen, dessen Entzifferung wir nach Möglichkeit versuchen sollten. Man war arm im 4. Jahrhundert in unseren Gegenden, und der Hausrat war kärglich. Wenn man' fortzog, nahm man mit, was noch brauchbar war. Unsere-Funde sind Scherben und Bruchstücke von !) Möglicherweise bestand auch damals schon eine Fähre-bei Schaan, wie sie später bezeugt ist:-Vgl. O. P. Clavadetscher, Verkehrsorganisation in Rätien zur Karolingerzeit. Schweiz. Ztschr. f. Geschichte (5) 1955, 1 ff. Zur allge- meinen Kontinuität der Verkehrswege seit der Römerzeit S. 11 ff., zur Fähre bei Schaan S. 21. 2) Ausführlichere Information zu diesen knapp skizzierten historischen Fragen erhält man in den im Literaturverzeichnis angeführten Arbeiten von W: Schleiermacher, D. van Berchem und G. Malin, sowie SRZ3 267 ff.
        

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