EINLEITUNG- Wir besitzen keine antiken Nachrichten über das Kastell. Kein Geschichtsschreiber hat seinen Namen überliefert und wir wissen auch. nicht, welche Truppe hier gelegen hat. Es ist kein Inschriftstein aus Schaan auf uns gekommen. Was wir vor uns haben, ist ein Stück des Grundrisses und eine nicht sonderlich grosse Kiste, gefüllt mit den Kleinfunden. Der Grundriss weist durch seine Form in die spätrömische Zeit des 4. Jahrhunderts n. Chr. Sehr ähnliche Kastelle mit annähernd quadra->- tischer Grundfläche und mit quadratischen Türmen ausgestattet haben in Irgenhausen im Kt. Zürich und in Wilten bei Innsbruck gestanden. Andere, verwandte Festungen dieses Typus sind vor allem aus der römischen, Grenzsicherung des syrisch-arabischen Limes und auch aus Nordafrika bekannt. Von vielen dieser Kastelle wissen- wir, dass sie in der Regierungszeit des Kaisers Diokletian (284 — 305) gebaut wur- den. Aber auch ganz anders entworfene Grundrisse, wie für die Ka- stelle Tasgaetium (Burg bei Stein am Rhein) und Vitudurum (Ober- winterthur) sind durch Inschriften als Bauten Diokletians bezeugt. Der obergermanisch-raetische Limes, die römische Grenzwehr vom Rhein zur Donau in Süddeutschland, war im Laufe des 3. Jahrhunderts mehrfach von den Alamannen überrannt worden, deren. Scharen, alles verheerend, tief in römisches Gebiet eingedrungen waren. Es gibt im helvetischen Raum keine einzige Siedlung oder Villa auf dem Lande, an der .diese Stürme spurlos vorbeigegangen wären, und man hat danach auch keinen Wiederaufbau mehr gewagt. Das Leben in offenen, ungeschützten Siedlungen war unmöglich geworden. Wie in viel, früheren Zeiten wurden Höhen befestigt, auf die man sich zurück- zog wenn es nötig war, und schliesslich sorgte das römische Militär seit dem ausgehenden 3. Jahrhundert und speziell eben unter Diokle- 'tian wieder für eine befestigte Grenzlinie, die sich nördlich von Schaan vom Bodensee nach Osten bis zur Iiier und an dieser und der Donau entlang bis Regensburg erstreckte. Schaan lag also nicht an der Front
        

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